Gesundheit in Berlin

Charité und Verdi einigen sich auf Tarifvertrag

Charité und Dienstleistungsgewerkschaft Verdi haben ihren Tarifkonflikt beendet und eine Mindestbesetzung in der Pflege vereinbart.

Blick auf das Bettenhaus der Charité in Mitte

Blick auf das Bettenhaus der Charité in Mitte

Foto: Jörg Krauthöfer

Die Charité und die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi haben ihren drei Jahre andauernden Tarifkonflikt beendet und sich auf einen Tarifvertrag geeinigt. Dieser sieht erstmals eine personelle Mindestbesetzung in der Intensivpflege, der Kinderheilkunde und der stationären Erwachsenenpflege vor. Zudem wurden Festlegungen für zahlreiche Funktionsbereiche, wie etwa Operationssäle, getroffen. Sobald auch der Aufsichtsrat des Universitätsklinikums dem Kontrakt zugestimmt hat, könne er in Kraft treten, erklärte ein Charité-Sprecher am Donnerstag. Fast 90 Prozent der Verdi-Mitglieder an der Charité hatten sich bei einer Urabstimmung am Montag und Dienstag dieser Woche dafür ausgesprochen, die Vereinbarung anzunehmen. Auch der Verdi-Vorstand stimmte zu.

In der Intensivpflege soll künftig, differenziert nach dem Schweregrad der Patienten, aber im Mittel aller Intensivstationen, eine Pflegekraft zwei Patienten betreuen. Für den Bereich der stationären Pflege wurde nach Charité-Angaben eine Aufstockung des Personals um fünf Prozent vereinbart. Für die Kinderklinik wurde laut Verdi eine Quote von einer Pflegekraft pro 6,5 Patienten im Früh- und Spätdienst festgelegt, das Personal im Nachtdienst um 40 Vollkräfte verstärkt. Ein paritätisch besetzter Gesundheitsausschuss wird die Umsetzung des Tarifvertrags begleiten und, sofern nötig, Überlastungssituationen beseitigen.

Tarifvertrag ist „deutschlandweit einmalig und wegweisend“

Wissenschaftssenatorin Sandra Scheeres (SPD), Aufsichtsratsvorsitzende der Charité, nannte den Vertrag „deutschlandweit einmalig und wegweisend“. Gerade deshalb sei es notwendig, „dass Bund und Krankenkassen endlich für eine bessere Finanzierung der Pflege sorgen“. Nun werde die personelle Ausstattung spürbar verbessert, das sei auch notwendig, erklärte Ulrich Frei, Ärztlicher Direktor der Charité. Auch er betonte, das Universitätsklinikum sei in eine finanzielle Vorleistung gegangen, um einen Tarifkonflikt zu beenden, „der eigentlich eine Lösung auf Bundesebene benötigt“.

Verdi-Verhandlungsführerin Meike Jäger erklärte: „Wir sehen in dem Tarifvertrag einen Meilenstein für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen im Krankenhaus. Endlich ist es gelungen, dem Abbau von Stellen, insbesondere in der Pflege, Einhalt zu gebieten, in dem Personalmindeststandards und verbindliche Orientierungswerte ein Abweichen nach unten begrenzen.“