Alarmierende Entwicklung

Zahl der Drogentoten in Berlin steigt um mehr als 20 Prozent

Die Zahlen sind alarmierend. In den vergangenen Jahren gab es bundesweit immer mehr Drogentote. Auch in Berlin hält der Anstieg an.

Ein Drogensüchtiger beim Erhitzen von Heroin

Ein Drogensüchtiger beim Erhitzen von Heroin

Foto: Boris Roessler / dpa

In Berlin hat es im vergangenen Jahr deutlich mehr Drogentote gegeben als in den Vorjahren. 153 Menschen starben durch den Missbrauch illegaler Rauschgifte, heißt es im Jahresbericht zur Rauchgiftkriminalität, der am Donnerstag in Berlin vorgestellt wurde.

Das war fast ein Viertel (24 Prozent) mehr als im Vorjahr. 2014 starben in der Hauptstadt 123 Menschen durch Drogenkonsum, 2013 waren es 119. Im Jahr 2012 gab es 113 Drogentote in Berlin. Eine ähnlich hohe Zahl von Todesfällen wie im vergangenen Jahr gab es zuletzt 2008 und 2009.

Das Durchschnittsalter der gestorbenen Berliner Rauschgiftkonsumenten lag 2015 bei rund 39 Jahren. 83 Prozent der Drogentoten waren Männer - der älteste starb mit 71. Die Droge Crystal Meth spielte bei vier Todesfällen eine Rolle.

Für den Anstieg der Zahlen sieht Berlins Drogenbeauftragte Christine Koehler-Azara mehrere Ursachen. „Insbesondere der Mischkonsum erhöht das Risiko“, sagte sie. Waren in der Vergangenheit häufig nur ein bis zwei Substanzen im Spiel, seien es jetzt häufiger zwei bis vier.

Steigender Mischkonsum besonders gefährlich

Konsumenten nutzten jetzt zum Beispiel Heroin plus Schlafmittel plus Alkohol plus Cannabis. Mit zunehmendem Alter steige in der Gruppe der Drogenkonsumenten auch die Krankheitsbelastung, ergänzte Koehler-Azara.

Auch bundesweit sind die Zahlen der Drogentoten von 1032 im Jahr 2014 auf 1126 spürbar angestiegen. In der Gesamtbilanz waren die Rauschgiftopfer zu rund 80 Prozent Männer. Der Altersdurchschnitt lag bei 38 Jahren. Haupttodesursache war bei rund zwei Dritteln aller Drogentoten die Überdosierung von Opiaten, oft in Verbindung mit anderen Substanzen.

Einen deutlichen Anstieg um mehr als die Hälfte (56 Prozent) gab es bundesweit bei Todesfällen durch so genannte Designerdrogen. Die harmlos wirkenden Produkte enthalten meist Betäubungsmittel oder ähnlich wirkende chemische Wirkstoffe, die auf den Verpackungen nicht angegeben werden.

Beim nicht-tödlichen Drogenkonsum junger Leute spielten Heroin und Kokain wieder eine größere Rolle als früher, heißt es im Bericht. Auch Crack, LSD, Ecstasy und Amphetamine wurden bei Menschen, die von der Polizei das erste Mal mit Rauschmitteln erwischt wurden, häufig gefunden. Erstmals rückläufig war bei diesen Konsumenten hingegen der Gebrauch von Crystal.

In Brandenburg hat sich die Zahl der Drogentoten verdoppelt

In Brandenburg hat es 2015 doppelt so viele Drogentote gegeben wie im Vorjahr. Zehn Menschen starben durch den Missbrauch illegaler Rauschgifte, heißt es im Jahresbericht zur Rauchgiftkriminalität, der am Donnerstag in Berlin vorgestellt wurde. 2014 waren es fünf Tote. Im Zehnjahresvergleich gab es nur 2009 mehr Tote - es waren damals Zwölf.

Auch bundesweit sind die Zahlen der Drogentoten von 1032 im Jahr 2014 auf 1126 spürbar angestiegen. In der Gesamtbilanz waren die Rauschgiftopfer zu rund 80 Prozent Männer. Der Altersdurchschnitt lag bei 38 Jahren. Haupttodesursache war bei rund zwei Dritteln aller Drogentoten die Überdosierung von Opiaten, oft in Verbindung mit anderen Substanzen.