Nach Großrazzia

Wieder Polizeieinsatz an der Neuköllner Schinkestraße

In Neukölln hat die Polizei einen Einsatz durchgeführt. Ob dieser mit der Großrazzia vor zwei Wochen zusammenhängt, ist noch unklar.

In Berlin hat die Polizei am Dienstagmorgen gegen 5 Uhr einen Einsatz an der Schinkestraße in Neukölln durchgeführt. Bereits Mitte April war dort das Landeskriminalamt mit einem Großaufgebot gegen eine arabische Großfamilie vorgegangen. Diesmal waren allerdings nur Beamte der Kriminalpolizei der zuständigen Direktion beteiligt.

Ein Sprecher der Polizei bestätigte auf Anfrage der Berliner Morgenpost den Einsatz. Die Maßnahme habe sich diesmal gegen eine einzelne Person gerichtet, es sei um ein Diebstahlsdelikt gegangen, sagte ein Sprecher. Nähere Einzelheiten, auch zur Frage, ob der Mann Mitglied des kriminellen Klans sei, wollte der Sprecher nicht nennen.

Am 12. April hatten 220 Beamte der Polizei, darunter Kräfte des Spezialeinsatzkommandos SEK, bei einer Razzia mit Schwerpunkt an der Schinkestraße acht gesuchte Männer verhaftet. Sie sollen zu einer kriminellen arabischen Großfamilie gehören. "Den Festgenommenen wird vorgeworfen, an einem Raubüberfall auf das Kadewe beteiligt gewesen zu sein", sagte damals Polizeisprecher Stefan Redlich. Zudem sollen sie einen Mord vorbereitet haben. Auch der Besitz von Waffen wird den Männern im Alter von 20 bis 56 Jahren vorgeworfen.

Es wurde eine Schusswaffe mit scharfer Munition beschlagnahmt, außerdem Schmuck, Bargeld und ein Porsche sichergestellt. Die Konfiszierung des Luxusautos diene der "Vermögensabschöpfung", sagte Redlich. Sollten die Tatverdächtigen verurteilt werden, könnte damit der finanzielle Schaden verrechnet werden.

Im Dezember 2014 hatten mehrere maskierte Männer einen Raubüberfall auf das Luxuskaufhaus KaDeWe am Wittenbergplatz verübt. Sie waren mitten im Weihnachtsgeschäft - drei Tage vor Heiligabend - in das Kaufhaus gestürmt, hatten einem Sicherheitsmann Reizgas ins Gesicht gesprüht und zahlreiche Vitrinen mit teurem Schmuck und Uhren leergeräumt. Der Wert der Beute, die zum großen Teil verschwunden ist, soll mehr als 800.000 Euro betragen haben. Anschließend flüchteten sie mit einem bereit stehenden Auto.

Umfangreiche Ermittlungen sowie Zeugenaussagen auch im Umfeld der Großfamilie hatten dann zu dem Großeinsatz am 12. April geführt.