Reise nach Riga 2005

Henkel verurteilt rechte Sprüche von Junge-Union-Mitgliedern

"Geschmacklos" und "inakzeptabel" nennt CDU-Chef Henkel die Nazi-Sprüche von JU-Mitgliedern. Der Vorfall ereignete sich bereits 2005.

Innensenator Frank Henkel (CDU)

Innensenator Frank Henkel (CDU)

Foto: dpa

Nach Berichten über Äußerungen rechten Gedankenguts jüngerer CDU-Politiker vor elf Jahren hat Berlins CDU-Chef Frank Henkel die Vorkommnisse erneut verurteilt. „Ich fand das damals völlig geschmacklos, ich fand das komplett inakzeptabel und an dieser Auffassung hat sich für mich heute nichts geändert“, sagte Henkel am Mittwoch. Es gebe dafür keinerlei Rechtfertigung. Erstmals hatten die Zeitungen "B.Z." und "Bild" die Vorfälle 2008 publik gemacht.

Drei jüngere CDU-Abgeordnete ließen 2005 bei einer Reise der Schüler-Union nach Riga bei einer Feier rechtsextreme Sprüche fallen und zeigten Hakenkreuzabzeichen. Sie filmten sich dabei, das Video gelangte an die Öffentlichkeit. Dieses Video liegt "Bild" exklusiv vor. Nach zwischenzeitlichen Austritten sind Christoph Brzezinski (29), Danny Freymark (33) und Lukas Krieger (28) heute wieder in der CDU aktiv.

"Schwerster Fehler ihres Lebens"

Die Beteiligten sähen die Aktion als „schwersten Fehler ihres Lebens“, so Henkel. Da sie sich für ihr Fehlverhalten entschuldigt hätten, verdienten sie eine zweite Chance. Henkel sagte, er habe keine Zweifel an der demokratischen Gesinnung der drei Abgeordneten. Die Berliner Jusos hatten Henkel angesichts des Falls aufgefordert, personelle Konsequenzen zu ziehen.

Die Berliner Jusos hatten Innensenator und CDU-Chef Frank Henkel aufgefordert, in seiner eigenen Partei „endlich durchzugreifen und rechtem Gedankengut eine klare Absage zu erteilen“. Henkel müsse seine eigene Partei „rigoros aufräumen und die entsprechenden personellen Konsequenzen ziehen“, verlangte die Berliner Juso-Vorsitzende Annika Klose am Mittwoch.