Tarifstreit

Streiks in Kliniken, bei der BSR und Wasserbetrieben

Bei Charité und Vivantes gehen die Warnstreiks weiter. Und: Verdi will die Arbeitskampfmaßnahmen noch ausweiten.

Im Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes sind am Dienstag an Berliner Kliniken von Charité und Vivantes Warnstreiks fortgesetzt worden. Dies sagte Verdi-Gewerkschaftssekretär Kalle Kunkel am Morgen. Bereits am Montag hatten nach Gewerkschaftsangaben mehrere Hundert Mitarbeiter die Arbeit niedergelegt. Zu größeren Einschränkungen bei der Versorgung der Patienten kam es dabei aber nicht. Für Dienstagnachmittag war ein Demonstrationszug von der Charité in Mitte zum Brandenburger Tor geplant. Dort sollte es eine Kundgebung von Verdi (16 Uhr) geben.

Und die Arbeitskampfmaßnahmen werden noch ausgeweitet: Die Gewerkschaft Verdi hat die Beschäftigten der Berliner Stadtreinigung (BSR) sowie der Berliner Wasserbetriebe (BWB) am Mittwoch zum Warnstreik aufgerufen.

Ab 9 Uhr soll am Mittwoch auf dem Gelände der Zentrale der BSR an der Ringbahnstraße in Tempelhof am Rande einer Sitzung des BSR-Aufsichtsrates eine Streikkundgebung stattfinden, kündigte Verdi an. Deshalb sei am 27. April von 8 bis 11 Uhr mit Verkehrsbehinderungen im Bereich Ringbahnstraße und Tempelhofer Damm zu rechnen. „Wir gehen davon aus, dass rund 2000 Beschäftige in beiden Betrieben unserem Aufruf folgen und für zwei Stunden die Arbeit niederlegen“, sagte Ellen Naumann, Verdi-Landesfachbereichsleiterin.

Ende der Woche wird weiterverhandelt

Unterdessen haben am Montag nach Auskunft von Verdi rund 300 Beschäftigte der Frühschicht ab 6 Uhr an allen drei Charité-Standorten gestreikt. Vier Stationen, davon drei am Standort Campus Virchow in Wedding sowie eine am Standort Benjamin-Franklin in Steglitz, hätten in Folge des Streiks schließen müssen, so Verdi-Sekretär Kalle Kunkel. In der Spätschicht seien es weitere 100 Streikende gewesen.

Bei Vivantes waren nach Auskunft von Gewerkschaftssekretärin Janine Balder in der Frühschicht rund 400 Mitglieder im Ausstand. Stationen hätten infolge des Streiks nicht geschlossen werden müssen. Am Dienstag sind die Mitarbeiter der Kliniken erneut zu Warnstreiks aufgerufen. Verdi rechnet mit 1000 bis 1500 Teilnehmern, die auch zur Abschlusskundgebung um 16 Uhr auf den Pariser Platz in Mitte kommen werden.

Nachdem die zweite Tarifverhandlungsrunde des Öffentlichen Dienstes des Bundes und der Kommunen am 12. April ergebnislos zu Ende ging, finden bundesweit Warnstreiks statt. Verdi fordert eine Lohnerhöhung von sechs Prozent für die Beschäftigten. Am Donnerstag und Freitag werden die Tarifparteien in Potsdam erneut verhandeln.