Fußgängerschutz

Berlin plant keine weiteren Bodenampeln mehr

Augsburg prescht vor, auch in Berlin gibt's sie schon: Bodenampeln, die Smartphone-Gucker schützen. Doch sie sollen Ausnahmen bleiben.

So funktionieren Bodenampeln: Rote LED-Leuchten blinken, sobald das Fußgängersignal der Ampel auf Rot schaltet und sich eine Straßenbahn nähert.

So funktionieren Bodenampeln: Rote LED-Leuchten blinken, sobald das Fußgängersignal der Ampel auf Rot schaltet und sich eine Straßenbahn nähert.

Foto: dpa

Berlin will keine weiteren Ampeln im Boden vor Straßenbahnhaltestellen installieren, wie es sie beispielsweise in Augsburg und Köln gibt. Die Stadt plane derzeit nicht, die sogenannten "LaneLights" flächendeckend einzuführen, sagte der Sprecher der zuständigen Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, Martin Pallgen, am Montag.

In Berlin würden bereits LaneLights eingesetzt, um in Kreuzungsbereichen vor allem Kfz-Fahrer zu warnen, bevor sie in ein Gleisbett der Straßenbahn geraten, etwa in den Stadtteilen Köpenick und Prenzlauer Berg. Signale gäbe es auch an einigen erhöhten Haltestellen der Tram, die mit Radwegen kombiniert sind, sagte der Sprecher.

Die Signale im Boden seien gut geeignet für besondere Situationen, aber nicht als Regellösung. "Im Straßenverkehr sollte für alle gelten: auf die Straße schauen ist allemal besser für die Sicherheit als aufs Handy zu schauen", sagte Pallgen. Die Stadt werde die Verkehrsbetriebe aber unterstützen, wenn es dort entsprechende Überlegungen für ausgewählte Haltestellenbereiche geben sollte. Die BVG fühlt sich in der Sache jedoch nicht zuständig. Die Stadt trage die Verantwortung für die Sicherheit an Haltestellen, sagte ein Sprecher der Verkehrsbetriebe.

Die LaneLights werden derzeit in Köln und Augsburg an besonders verkehrsreichen Straßenbahnhaltestellen getestet. Sie blinken gleichzeitig mit dem Ampelsignal rot auf, wenn eine Straßenbahn einfährt. Damit wollen die Stadtwerke auch Fußgänger erreichen, die etwa gerade ihr Smartphone bedienen.