Potsdamer Platz

Scheibe fiel von Bahntower: Frau leidet noch an Folgen

Ein Glasteil fällt vom DB-Tower am Potsdamer Platz und trifft das Auto einer 26-Jährigen. Sie kämpft immer noch mit dem Schock.

Derya Özcelik, 26, muss jetzt eine Halskrause tragen

Derya Özcelik, 26, muss jetzt eine Halskrause tragen

Foto: Steffen Pletl

Fünf Tage nach dem Unglück am Potsdamer Platz, bei dem eine Glasscheibe vom DB Tower auf ein Auto gefallen war, muss Derya Özcelik jetzt eine Halskrause tragen. Sie befindet sich in ärztlicher Behandlung. "Durch den enormen Knall in meinem Auto war ich offenbar so erschrocken, dass ich im Reflex sofort gebremst habe. So stark, dass mein Kopf hin und her geschleudert wurde" sagt die 26-Jährige am Montag.

Am vergangenen Sonnabend, also drei Tage nach dem Unfall, waren ihre Schmerzen derart stak, dass sie einen Notarzt aufsuchen musste. "Im DRK-Krankenhaus an der Drontheimer Straße hat mir der Notarzt eine Halskrause verschrieben. Die muss ich jetzt die nächsten zehn Tage tragen", sagt Özcelik, die in Ausbildung zur Medizinischen Fachkraft ist. Von dem Notarzt sei sie noch zu einer Behandlung an die Charité überwiesen worden.

Doch das sei nur das kleinere Übel. Viel schwerwiegender sei für sie, dass sie kaum zur Ruhe komme. Immer wieder kreisten ihre Gedanken um die möglichen Folgen, wäre sie nur ein wenig langsamer gefahren. Denn dann wäre wahrscheinlich die Frontscheibe ihres Autos von dem herabstürzenden Teil getroffen worden und hätte sie möglicherweise erschlagen. Das Ausmaß der gesundheitlichen Folgen ist noch unklar. Nach Angaben des Notarztes stehe sie noch unter Schock. Daher brauche sie zur Verarbeitung der Geschehnisse professionelle psychologische Hilfe.

Indes sieht das zuständige Management, das unter anderem den DB Tower verwaltet, den Vorfall eher als einen Bagatellfall an. "Es ist ein Teil eines Glaselementes in kleinen Glasrieseln herabgefallen" schreibt Peter Gollas, Direktor Asset Services Practice Head Center Management Sony Center Berlin auf Anfrage der Berliner Morgenpost.

Für die Familie der 26-Jährigen ist es nach wie vor unverständlich, dass sich von dem Management bislang keiner mit der jungen Frau in Verbindung gesetzt hat, um sich für den Vorfall zu entschuldigen. "Meine Familie lässt derzeit von einem Anwalt prüfen, welche rechtlichen Möglichkeiten es gibt", sagt Derya Özcelik. Es bleibe abzuwarten, ob die Verantwortlichen Stellung beziehen würden.