Sicherheit in Berlin

2400 Körperverletzungen in Zügen und Bahnhöfen Berlins

Die Zahl der Straftaten im Bereich der Bahn ist insgesamt zurückgegangen. Die Zahl der Körperverletzungsdelikte ist weiterhin hoch.

Die Zahl der Straftaten im Bereich der Bahn ist im vergangenen Jahr insgesamt zurückgegangen

Die Zahl der Straftaten im Bereich der Bahn ist im vergangenen Jahr insgesamt zurückgegangen

Foto: Kay Nietfeld / dpa

In Berlin und Brandenburg wurden im vergangenen Jahr 2400 Fälle von Körperverletzungen in Zügen und an Bahnhöfen verzeichnet. Das geht aus dem Sicherheitsbericht der Deutschen Bahn hervor, der am Montag vorgestellt wurde. Demnach liegt die Zahl der bei der Bundespolizeidirektion Berlin registrierten Delikte etwa auf Vorjahresniveau.

Insgesamt sei die Gewalt und Kriminalität in Bahnhöfen und Zügen der Hauptstadt zurückgegangen, heißt es in einer Mitteilung weiter. Die Deutsche Bahn verzeichnet in Berlin sechs Prozent weniger Straftaten als im Vorjahr.

„Die Anstrengungen der letzten Jahre tragen Früchte. Mehr Präsenz von Sicherheitskräften und verstärkter Einsatz von Videotechnik an Hotspots zahlen sich aus und machen Züge und Bahnhöfe für unsere Kunden sicherer“, sagt DB-Sicherheitschef Hans-Hilmar Rischke.

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Insgesamt 4700 Straftaten im Bereich der Bahn

Erfreulich sei der weitere Rückgang der Straftaten insgesamt. So registrierte die für Berlin zuständige Bundespolizeidirektion Berlin im vergangenen Jahr einen Rückgang der Straftaten im Bahnbereich um knapp sechs Prozent auf rund 4700.

Ein Grund dafür sei der zunehmende Einsatz von Videotechnik. So seien inzwischen fast drei Viertel der Regionalzüge im Großraum Berlin mit Kameras ausgerüstet. Noch 2016 bekommen weitere Bahnhöfe in Berlin neue Videotechnik.

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Vandalismus in Form beschädigter Sitze, zerkratzter Scheiben oder zerstörter Aufzüge nahm zwar im vergangenen Jahr um acht Prozent auf 780 Fälle zu. Graffiti-Straftaten gingen dagegen um sieben Prozent auf 1.500 zurück.

20 Fahrkarten-Automaten aufgebrochen

2015 wurden in Berlin 20 Fahrkartenautomaten aufgebrochen. Das waren sechs weniger als im Vorjahr. Mit verkürzten Entleerungszyklen und Farbpatronen zum Schutz der Geldkassetten wird das Aufbrechen von Automaten jedoch künftig sinnlos. Oft gehen die Täter mit geringer oder ohne Beute aus, hingegen kostet der Ersatz eines Automaten bis zu 30.000 Euro.

Die Zahl der bei der Bundespolizeidirektion Berlin für Berlin und Brandenburg registrierten Körperverletzungsdelikte liegt mit über 2400 etwa auf dem Vorjahresniveau. Ebenso blieb die Zahl der Metalldiebstähle für beide Länder mit rund 320 in der Größenordnung des Vorjahres.

Entschieden gegen Gewalt und Randale

Künftig will die DB noch entschiedener gegen Gewalt und Randale vorgehen – vor allem im Umfeld von Fußballspielen. „Hooligans, die in Zügen und Bahnhöfen randalieren, zeigen wir künftig sofort die rote Karte!“ sagt Rischke. Beförderungsausschlüsse gegen Gewalttäter und Hausverbote werden künftig direkt am Ort der Straftat ausgesprochen.

Die Zahl der Angriffe auf DB-Mitarbeiter in Berlin ist 2015 um sieben Prozent auf knapp 300 zurückgegangen, drei Viertel gehen zu Lasten des Sicherheitspersonals. Die meisten Angriffe stehen im Zusammenhang mit Fahrkartenkontrollen und bei Fußballspielen – oft ist Alkohol im Spiel.

Ernste Verletzungen seien die Ausnahme. Die DB baut weiter Schulungsprogramme für Deeskalation und Eigensicherung aus, Einsatzpläne werden angepasst und vor allem abends und am Wochenende zusätzliche Mitarbeiter eingesetzt. Im Falle eines Ereignisses stellt die DB ihren Mitarbeitern psychologische Unterstützung zur Verfügung.

Für mehr Sicherheit setzt die DB zudem weiter auf die Präsenz ihrer 3.700 Sicherheitskräfte. Das Sicherheitsbudget der Bahn beträgt jährlich rund 160 Millionen Euro.