Tarifkonflikt

Verdi kündigt Warnstreik bei BSR und Wasserbetrieben an

An diesem Mittwoch soll bei den beiden Unternehmen nicht gearbeitet werden. Es geht um mehr Geld für die Beschäftigten.

BSR-Mitarbeiter bei einem Streik im Jahr 2914

BSR-Mitarbeiter bei einem Streik im Jahr 2914

Foto: Sean Gallup / Getty Images

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi ruft für diesen Mittwoch die Beschäftigten der Berliner Stadtreinigung (BSR) sowie der Berliner Wasserbetriebe (BWB) zum Warnstreik auf. Ab 9 Uhr soll zudem auf dem Gelände der Unternehmenszentrale der BSR an der Ringbahnstraße in Tempelhof am Rande einer Sitzung des BSR-Aufsichtsrates eine Streikkundgebung stattfinden. Das teilte Verdi am Montag mit. In der Zeit von 8-11 Uhr sei mit erheblichen Verkehrsbehinderungen im Bereich der Ringbahnstraße/Tempelhofer Damm/Autobahnzufahrt Tempelhofer Damm zu rechnen.

Hintergrund ist die Tarifrunde im öffentlichen Dienst des Bundes und der Kommunen. Nachdem die zweite Verhandlungsrunde am 12. April ergebnislos zu Ende gegangen ist, finden bundesweit zahlreiche Warnstreiks im öffentlichen Dienst statt. „Das Angebot der Arbeitgeber ist eine absolute Frechheit“, sagte Stefan Körzell, DGB-Bundesvorstandsmitglied und Hauptredner bei der Streikkundgebung am Mittwoch, „0,6 Prozent für 2016 und 1,2 Prozent für 2017 bedeuten faktisch einen unzumutbaren Reallohnverlust für über zwei Millionen Tarifbeschäftigte im öffentlichen Dienst.“

Appell an Finanzsenator Kollatz-Ahnen

Verdi fordert eine Entgelterhöhung von sechs Prozent für die Beschäftigten sowie eine Anhebung der Ausbildungsvergütung um 100 Euro monatlich. Die Arbeitgeberseite lehne diese Forderungen ab, heißt es weiter, obwohl in 2015 mit einem Haushaltsüberschuss von 3,2 Milliarden allein bei den Kommunen zu rechnen sei. „Wann, wenn nicht jetzt, soll die Einkommenslücke zur Gesamtwirtschaft geschlossen werden?“, fragt der Gewerkschafter weiter. Außerdem sei es den Beschäftigten nicht zumutbar, dass einseitige Eingriffe in die Zusatzversorgung erfolgen sollen, obwohl die Versorgungskassen voll seien und es folglich keinen Handlungsbedarf gebe.

Das DGB-Bundesvorstandsmitglied fordert den Berliner Finanzsenator und Aufsichtsratsvorsitzenden der BSR sowie der BWB, Matthias Kollatz-Ahnen, auf, mit dafür Sorge zu tragen, dass die Beschäftigten eine deutliche Steigerung der Tabellenentgelte erhalten. Abschließend kritisiert der Gewerkschafter, dass das Angebot der Arbeitgeber ein positives Signal für die Zukunft deutlich vermissen lasse. „Den Auszubildenden gerade mal zehn Euro als Entgeltsteigerung anzubieten, ist dreist“, so Körzell. Qualifizierter Nachwuchs lasse sich so nicht gewinnen.

Bei Charité und Vivantes wurde bereits an diesem Montag gestreikt. An dem Ausstand beteiligten sich mehrere Hundert Mitarbeiter.

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