Nahverkehr

BVG hält am Konzept für U-Bahnhof Birkenstraße fest

Viele Stationen müssen dringend saniert werden. Doch die BVG-Pläne zur Umgestaltung des U-Bahnhofs Birkenstraße stoßen auf Kritik.

Der U-Bahnhof Birkenstraße soll schöner werden (Simulation)

Der U-Bahnhof Birkenstraße soll schöner werden (Simulation)

Foto: BVG

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) wollen den U-Bahnhof Birkenstraße in Moabit wie geplant umgestalten. Bereits Ende des Monats, spätestens Anfang Mai sollen die Arbeiten dafür beginnen, sagte ein BVG-Sprecher. Trotz eines Einspruchs des Bezirks Mitte und der Kritik von Architekten halten die landeseigenen Verkehrsbetriebe an ihrem Konzept fest. Die Baumaßnahmen seien von den zuständigen Stellen genehmigt und beauftragt worden, weist BVG-Chefin Sigrid Nikutta Wünsche nach Korrekturen ab. Ein Baustopp würde zu Verzögerungen und damit deutlichen Mehrkosten führen, heißt es in einem Schreiben an den Bezirksbürgermeister von Mitte, Christian Hanke (SPD), das der Berliner Morgenpost vorliegt.

Hanke: Modernsierung "ahistorisch"

Hanke hatte sich Mitte März vehement für den Erhalt der 1961 eröffneten Station an der U9 (Osloer Straße–Rathaus Steglitz) in ihrer bisherigen Gestalt eingesetzt. "Eine ahistorische, die ursprünglich herausragende gestalterische Qualität zerstörende Modernisierung reißt den Bahnhof aus seinem ursprünglichen Kontext und beraubt den Bahnhof seines stadthistorisch bedeutsamen Zusammenhangs", schrieb der SPD-Politiker an die BVG-Vorstandschefin.

An der Wand graue statt grüner Fliesen

Bei dem Zwist geht es unter anderem um das Vorhaben der Verkehrsbetriebe, die grünen Kacheln an den Wänden durch graue Fliesen zu ersetzen. Zudem sollen an den Wänden Motive mit Birkenwäldern angebracht werden, die es so bislang dort nicht gab. Unterstützung bekam Hanke von Architekten und Denkmalschützern. Es sei erschreckend, wie die BVG mit ihren Sanierungsmaßnahmen den Charakter ganzer U-Bahnlinien zerstöre, kritisierte etwa Florian Schmitz, Architekturhistoriker von der Freien Universität. Er bezieht sich dabei nicht nur auf die Umbaupläne für die Station Birkenstraße. Auch die U-Bahnhöfe Rathaus Steglitz, Friedrich-Wilhelm-Platz, Bismarckstraße oder Yorckstraße werden von der BVG saniert und dabei teilweise neu gestaltet. Der U-Bahnhof Yorckstraße etwa soll etwa eine neue Decke und Wände bekommen, an denen Lamellen das Licht reflektieren. Erklärtes Ziel der BVG ist es, dass die Bahnhöfe heller und damit auch fahrgastfreundlicher und sicherer werden.

Fahrgäste wünschen sich mehr Helligkeit

BVG-Chefin Nikutta verteidigt die geplanten Umgestaltungen. Sie seien einerseits durch aktuelle gesetzliche Vorgaben, etwa zum Brandschutz, und geänderte technische Regelwerke begründet. Andererseits würden sich die Fahrgäste und Anwohner vielfach mehr Helligkeit und Übersichtlichkeit in den U-Bahn-Stationen wünschen. "Wir haben in den vergangenen Jahren viele Bahnhöfe unter diesen Gesichtspunkten saniert und vonseiten unserer Fahrgäste sowie den Medien ganz überwiegend positive Resonanz erhalten", schreibt sie an Bürgermeister Hanke. Der zeigt sich enttäuscht über die Stellungnahme, will aber in Sachen U-Bahnhof Birkenstraße noch nicht klein beigeben: "Wir werden sehen, wie die Diskussion weitergeht."

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