Nahverkehr

Rauchverbot auf S-Bahnhöfen zeigt Wirkung

Seit April droht ein Bußgeld von 15 Euro, wenn Fahrgäste auf dem Bahnsteig rauchen. Bisher ahndeten Kontrolleure kaum Verstöße.

Ein Mann raucht im Bahnhof eine Zigarette

Ein Mann raucht im Bahnhof eine Zigarette

Foto: dpa

Seit Monatsbeginn droht bei Verstößen gegen das Rauchverbot in S-Bahnhöfen den Sündern eine Strafe in Höhe von 15 Euro. Doch bislang haben die Ordnungskräfte der S-Bahn kaum zu diesem Sanktionsmittel greifen müssen. In den vergangenen drei Wochen seien Bußgeldbescheide „in einem niedrigen zweistelligen Bereich“ ausgestellt worden, teilte das zum Bahnkonzern gehörende Unternehmen auf Anfrage der Berliner Morgenpost mit. „Schon, dass im Vorfeld von den Medien darüber berichtet wurde, hat dazu geführt, dass auf den Bahnsteigen weniger geraucht wird“, begründete S-Bahnchef Peter Buchner die vergleichsweise geringe Zahl.

Appelle brachten nichts

Die S-Bahn hatte Anfang April angekündigt, das bereits seit vielen Jahren bestehende Rauchverbot auf den Bahnsteigen verstärkt zu kontrollieren und auch Bußgeld zu erheben. Begründet wird die Aktion damit, dass bisherige Appelle an die Einsicht der Raucher nicht gefruchtet hätten. Die Kontrollen, für die die Sicherheitsmitarbeiter eine spezielle Schulung erhalten haben, werden laut Buchner ohne zeitliche Befristung weiter fortgeführt. Der Schwerpunkt liege aber auf den Stationen im Nord-Süd-Tunnel sowie auf Bahnhöfen, die wie etwa der Ringbahnsteig am Ostkreuz, Jannowitzbrücke oder Alexanderplatz ein Hallendach verfügen. Dort fällt die Belästigung von Nichtrauchern durch rauchende Fahrgäste erfahrungsgemäß größer aus als auf Stationen, die sich komplett im Freien befinden.

Reinigung verschmutzter Züge kostet 9,3 Millionen Euro im Jahr

Neben dem gesundheitlichen Aspekt geht es der S-Bahn beim verstärkten Einsatz gegen die Raucher auch um eine Verbesserung von Ordnung und Sauberkeit ihre Züge und Stationen. Nach schlechten Bewertungen bei Fahrgast-Umfragen hat die Bahntochter das Reinigungsbudget für ihre Züge auf 9,3 Millionen Euro im Jahr angehoben. Als zeitlich besonders aufwendig erweisen sich dabei das Ersetzen zerkratzter Scheiben und das Überstreichen Graffiti-beschmierter Wände. „Dafür nehmen wir seit dem letzten Jahr 1eine Million Euro im Jahr zusätzlich in die Hand“, so Buchner.

Viel Unrat neben den Gleisen

Auch für die Reinigung der S-Bahn-Stationen gebe das Unternehmen mehr Geld aus. Dritte große Herausforderung sei der viele Unrat neben den Gleisen, der nur sehr zeitaufwendig per Hand beseitigt werden kann. Verantwortlich dafür ist indes nicht die S-Bahn selbst, sondern die für die Infrastruktur zuständige DB Netz AG. Diese habe jüngst eine Großreinigungsaktion mit dem Schwerpunkt Ring gestartet, weil dort das Problem besonders groß sei.