3319 Temposünder erwischt

Bilanz Blitz-Marathon: Mit Tempo 132 durch die 30er-Zone

Der Polizei sind beim Blitz-Marathon Tausende Temposünder ins Netz gegangen. Den schlimmsten Raser erwischte die Polizei in Biesdorf.

Trotz vieler Ankündigungen und Warnungen sind beim Blitz-Marathon der Berliner Polizei 3319 Temposünder erwischt worden. An 217 Kontrollorten sei am Donnerstag die Geschwindigkeit von 77 330 Autos, Motorrädern und anderen Fahrzeugen gemessen worden, bilanzierte die Polizei am Freitag. Dazu kamen noch Messungen durch zivile Polizeiautos mit Videosystemen. Der Anteil der zu schnellen Fahrer lag nach Behördenangaben bei etwas mehr als vier Prozent.

Den schlimmsten Raser erwischte die Polizei kurz vor Mitternacht in der Köpenicker Straße in Biesdorf. In der Tempo-30-Zone wurde ein 21-jähriger Autofahrer mit 132 Stundenkilometern gemessen. Er muss voraussichtlich 680 Euro Bußgeld bezahlen und erhält drei Monate Fahrverbot. 16 Fahrer wurden ohne Führerschein oder ohne gültige Haftpflichtversicherung erwischt. Neun gestoppte Fahrer hatten Alkohol getrunken oder Drogen genommen.

Mehrere Autos und Motorräder wurden wegen verbotener Umbauten aus dem Verkehr gezogen, bei einigen war der Auspuff manipuliert, um extra hohe Lautstärke zu erreichen.

An den gleichzeitig in mehreren Bundesländern vorgenommenen Kontrollen waren in Berlin von 6.00 Uhr bis Mitternacht Hunderte Polizisten beteiligt. Ein Schwerpunkt galt den Strecken, auf denen es häufiger illegale Autorennen oder Showfahrten mit aufgemotzten Sportwagen gibt. Anders als in den Vorjahren hatte die Polizei vorab keine Kontrollorte bekanntgegeben. Beim Blitz-Marathon im April 2015 waren von über 75 000 kontrollierten Fahrern 3670 zu schnell unterwegs gewesen.

7000 Raser in Brandenburg erwischt

Beim 24-stündigen Blitz-Marathon hat die Polizei in Brandenburg mehr als 7000 Raser erwischt, etwa jeder 30. Verkehrsteilnehmer war zu schnell.

Von Donnerstag 6 Uhr bis Freitag 6.00 Uhr wurden 205 000 Fahrzeuge von Tempomessungen erfasst, wie aus einer Bilanz der Polizei hervorgeht. Der Anteil der Temposünder stieg im Vergleich zum Vorjahr leicht an. Mehr als 300 Polizisten waren an gut 200 Standorten im Einsatz. Die Beamten hatten vor der Aktion veröffentlicht, wo geblitzt wird.

„Zum Teil erhebliche Geschwindigkeitsüberschreitungen wurden auf den Autobahnen, aber auch vor Schulen, Kindereinrichtungen und Altenheimen, in Tempo-30-Zonen oder an Unfallhäufungsstellen festgestellt“, erläuterte eine Polizeisprecherin am Freitag.

Einige traurige Beispiele: Auf der Autobahn 10 wurde ein Fahrzeug mit 193 km/h bei erlaubten 100 km/h gemessen. In Angermünde (Uckermark) wurde jemand mit 103 km/h an einer Stelle geblitzt, wo Tempo 50 erlaubt war.

Auf der B112 in der Nähe der Ortschaft Brieskow-Finkenheerd (Oder-Spree), einem Unfallschwerpunkt in Brandenburg, fuhr ein Fahrzeug mit 151 km/h bei erlaubten 80 km/h in eine Kontrollstelle. In Hoppegarten (Märkisch-Oderland) wurden 94 km/h bei erlaubten 50 km/h gemessen. „Und dies, obwohl der Bereich von Schülern frequentiert wird“, berichtete die Polizei.

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