Jahresbilanz 2015

BVG fährt zweites Jahr in Folge einen Millionen-Gewinn ein

Mehr Fahrgäste, mehr Abos, mehr Fahrgeldeinnahmen und ein deutliches Plus im Jahresergebnis – das ist das Fazit der BVG für 2015.

Eine Straßenbahn der Berliner Verkehrsbetriebe

Eine Straßenbahn der Berliner Verkehrsbetriebe

Foto: dpa Picture-Alliance / Oliver Lang / picture alliance / Olvier Lang

Dank steigender Fahrgastzahlen und höherer Ticketpreise konnten die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) das Jahr 2015 mit einem deutlichen Gewinn abschließen. Der Überschuss betrug zum Jahresende 18,3 Millionen Euro, wie das landeseigene Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Das Vorjahresplus sei damit um rund zehn Millionen Euro übertroffen worden, so die BVG-Vorstandsvorsitzende Sigrid Nikutta. Davon würden auch die Fahrgäste profitieren. Mit dem Geld würden jetzt 50 Busse zusätzlich gekauft, kündigte die BVG-Chefin an.

Profitieren vom Ergebnis werden aber auch die rund 14.000 Beschäftigten der Verkehrsbetriebe. Deren Löhne und Gehälter steigen rückwirkend zum 1. Januar um 2,5 Prozent. Zudem kann sich jeder vollbeschäftigte Mitarbeiter im Juli noch über eine Einmalzahlung in Höhe von 150 Euro freuen, Auszubildende bekommen 50 Euro obendrauf. Grundlage dieser im Branchenvergleich als durchaus überdurchschnittlich bewerteten Steigerung ist eine Vereinbarung zwischen der BVG-Spitze und der Gewerkschaft Verdi, wonach die Mitarbeiter an der positiven wirtschaftlichen Entwicklung beteiligt werden.

Ein Gewinn ist bei der BVG längst keine Selbstverständlichkeit. Noch vor einigen Jahren fiel die Bilanz tiefrot aus. So wurde etwa das Geschäftsjahr 2012 mit einem Defizit von fast 60 Millionen Euro abgeschlossen. 2014 konnte die BVG erstmals in der Nachkriegsgeschichte einen Überschuss von 7,4 Millionen Euro erzielen. Trotz des zweiten Bilanzgewinns in Folge lastetet auf der BVG weiter ein riesiger Schuldenberg. Laut Bilanz sind die Verbindlichkeiten aber auf 698,5 Millionen Euro gesunken. Noch 2012 stand die BVG mit knapp 810 Millionen Euro in der Kreide.

Neben sinkenden Ausgaben für Strom und Diesel haben vor allem steigende Einnahmen aus dem Ticketverkauf zu dem guten Ergebnis beigetragen. Wie berichtet, hat die BVG 2015 erstmals mehr als eine Milliarde Fahrgäste transportiert, ein Plus von 3,3 Prozent gegenüber dem Jahr zuvor. Auch die Zahl der Stammkunden steigt weiter. Zum Jahresende zählte die BVG 429.000 Abonnenten von Monats- und Jahreskarten, rund 29.000 mehr als im Jahr zuvor (plus 7,25 Prozent). Auch dank der inzwischen einmal jährlich erfolgenden Erhöhung der Ticketpreise konnte die BVG ihre Erlöse um 36 Millionen Euro auf 672 Millionen Euro steigern (plus 5,7 Prozent). Ein deutliches Plus gab es aber zugleich bei den Investitionen. Die Ausgaben für neue Fahrzeuge und für den Erhalt der In­frastruktur sind demnach auf rund 402 Millionen Euro gestiegen (2014: 262 Millionen Euro).

„Dass die BVG im zweiten Jahr in Folge schwarze Zahlen schreibt, ist sehr erfreulich“, kommentierte der BVG-Aufsichtsratschef und Finanzsenator Matthias Kollatz-Ahnen (SPD) den positiven Jahresabschluss. „Das Unternehmen bietet nicht nur ein hervorragendes und international anerkanntes Verkehrsangebot, es steht auch wirtschaftlich auf soliden Füßen.“ Beim Preis-Leistungsverhältnis halte die BVG eine Spitzenposition unter den deutschen Verkehrsverbünden.