Sowjetisches Ehrenmal

Lollapalooza-Festival sorgt für Empörung in Moskau und Kiew

Das Lollapalooza-Festival sorgt nicht nur bei Anwohnern für Ärger. Jetzt haben sich sogar mehrere Botschafter eingeschaltet.

Am 10. und 11. September soll im Treptower Park das Musikfestival Lollapalooza stattfinden. Hochkaräter wie Radiohead, Kings of Leon und Paul Kalkbrenner haben sich angekündigt, die Veranstalter rechnen mit 45.000 Besuchern.

>>> Zorn am Treptower Park über Lollapalooza <<<

Das Konzertereignis auf vier Bühnen, das im vergangenen Jahr auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Tempelhof abgehalten wurde, ruft jedoch nicht nur begeisterte Reaktionen hervor. Im Internet formiert sich auf einer Onlineplattform seit Monaten Protest. Fast 5000 Unterstützer haben sich bis Donnerstag bei der Online-Plattform change.org beteiligt, um das Festival zu verhindern. Die Initiatoren der Petition befürchten, dass durch die Besuchermassen Flora und Fauna des Parks geschädigt werden könnten.

Nach Naturschützern und Anwohnern, die gegen die zu erwartende Lärmbelästigung Sturm laufen, kommt jetzt auch Protest von unerwarteter Seite. Zehn Botschafter ehemals sowjetischer Staaten bitten in einem Brief an Treptow-Köpenicks Bezirksbürgermeister Oliver Igel (SPD) und den Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) darum, das Open-Air-Festival an einen anderen Standort zu verlegen.

Die Diplomaten unter anderem aus Russland, Kasachstan und Usbekistan halten ein Konzert in unmittelbarer Nähe des sowjetischen Ehrenmals für „absolut unangemessen und inakzeptabel sowie störend für die Ehre und das Andenken an die Gefallenen“.

Das sowjetische Ehrenmal werde nicht Teil des Lollapalooza, betonte dagegen eine Sprecherin des Bezirksamts Treptow-Köpenick. Es gebe Gespräche zwischen Land, Festival-Veranstaltern und Botschaftern. Schärfere Auflagen für die Konzerte würden geprüft. Genehmigt sei das Festival noch nicht.