"Kein Täter werden"

Projekt zum Vorbeugen von Pädophilie - Charité zieht Bilanz

Seit elf Jahren läuft an der Chatité Berlin das Pädophilie-Präventionsprojekt "Kein Täter werden". Sexualwissenschaftler ziehen Bilanz.

Foto: Präventionsnetzwerk "Kein Täter werden"

Seit dem Start des Pädophilie-Präventionsprojekts „Kein Täter werden“ an der Berliner Charité vor elf Jahren haben rund 6400 Männer freiwillig Hilfe gesucht. Mehr als 1000 Betroffenen schlugen Ärzte nach einer genauen Diagnose Therapien vor, bilanzierte Klaus Beier, Sexualwissenschaftler an der Charité, am Donnerstag in Berlin.

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Bisher willigten mehr als 500 Männer aus ganz Deutschland, die sich sexuell zu Kindern hingezogen fühlen, in die einjährige kostenlose Behandlung ein. Dabei lernen sie, ihre Neigung zu kontrollieren, ohne Kinder zu gefährden.

Präventionsangebot auch für Jugendliche

Das Netzwerk „Kein Täter werden“ hat inzwischen elf Standorte in Deutschland. Seit Ende 2014 gibt es das Präventionsangebot auch für Jugendliche. Innerhalb eines Jahres meldeten sich mehr als 50 Jungen zwischen zwölf und 18 Jahren freiwillig, 25 von ihnen machten Ärzte ein Therapieangebot.

Nach Schätzungen von Sexualwissenschaftlern hat rund ein Prozent der männlichen Bevölkerung pädophile Neigungen. Bis Freitag tagt in Berlin ein Fachkongress unter dem Titel „Wegsperren und zwar für immer? - Möglichkeiten und Grenzen der Arbeit mit sexuell auffälligen Menschen“.

Weitere Informationen zu dem Präventionsprogram unter www.kein-taeter-werden.de