Stark erhöhte Werte

Blei im Trinkwasser der Polizei - Sanierung wird gefordert

In Dienstgebäuden wurden die Grenzwerte für Blei teilweise stark überschritten. Der Polizeipräsident fordert ein schnelles Handeln.

Nachdem Blei im Trinkwasser in mehreren Dienstgebäude der Berliner Polizei festgestellt wurde, fordert Polizeipräsident Klaus Kandt die „dringende Sanierung“ der Leitungen. „Meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben einen Anspruch auf sauberes und unbelastetes Trinkwasser“, sagte Kandt. Die zuständige Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) als Vermieterin müsse das gewährleisten, sagte Kandt am Mittwoch.

Bei Untersuchungen des Leitungswasser, die eigentlich dem Aufspüren von Legionellen dienen sollten, wurden in Dienstgebäuden der Polizei an der Keithstraße in Tiergarten, an der Gothaer Straße in Schöneberg sowie an der Gallwitzallee in Lankwitz, deutlich erhöhte Bleiwerte gemessen.

>>>Giftiges Blei im Trinkwasser von Polizei entdeckt<<<

An der Gallwitzallee wurden in den Häusern 10 und 14 Überschreitungen um das 5,5-Fache beziehungsweise 19,9-Fache gemessen. Im Dienstgebäude an der Gothaer Straße, in dem 250 Beschäftigte der Polizei arbeiten, war der der gemessene Wert für das giftige Schwermetall 2,9-fach erhöht. Die BIM stellt nach eigenen Angaben den Mitarbeitern dort jetzt frisches Wasser zur Verfügung. Außerdem werde geprüft, inwieweit die Trinkwasserstränge saniert werden können.

BIM-Sprecher Christian Breitkreutz schloss nicht aus, dass in den 496 Gebäuden, die die BIM an die Polizei vermietet, weitere Bleibelastungen im Trinkwasser entdeckt werden. „Untersuchungen zu Bleibeständen werden fortlaufend in allen relevanten Polizeiliegenschaften durchgeführt und dann über entsprechende Maßnahmen entschieden“ sagte Breitkreuz der Berliner Morgenpost.

An den drei Standorten, an denen Blei gefunden wurde, sei sofort die Frischwasserzufuhr unterbrochen worden. Zudem seien die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, als auch die Beschäftigtenvertretungen sowie der Arbeitsschutz und das zuständige Gesundheitsamt umgehend informiert worden.

Bereits am 1. April 2016 hatte die Polizei die BIM beauftragt, das Trinkwasser aller Polizeigebäude zu überprüfen, die vor 1970 errichtet wurden.

Für das Gebäudes des Landeskriminalamtes an der Keithstraße, in dem rund 260 Beschäftigte ihren Dienst versehen, hätten laut Kandt die weiteren Untersuchungen ergeben, dass in dem Gebäude zwei Leitungsstränge betroffen sind. In einer Besprechung mit der BIM sei festgelegt worden, dass nicht erforderliche Handwaschbecken in den Büros ausgebaut und alle belasteten Wasserrohre ausgetauscht werden.