Nach Umbau

Bald gelten strenge Regeln am Berliner Gendarmenmarkt

2017 soll der Platz umgestaltet werden. Alle Nutzungen sollen sich danach am hohen architektonischen Anspruch des Areals orientieren.

Die ursprünglich kalkulierten Kosten von 34 Millionen Euro für den Umbau verringern sich auf 10,5 Millionen Euro, weil nicht der gesamte Platz umgestaltet wird

Die ursprünglich kalkulierten Kosten von 34 Millionen Euro für den Umbau verringern sich auf 10,5 Millionen Euro, weil nicht der gesamte Platz umgestaltet wird

Foto: Arno Burgi / dpa

Noch hat die Umgestaltung des Gendarmenmarkts in Mitte nicht begonnen. Baustart könnte 2017 sein, wenn die Fördermittel bewilligt sind. „Wir prüfen jetzt die Bauplanungsunterlagen,“ sagte Martin Pallgen, Sprecher der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung am Montag. In Kürze soll der Antrag für die Fördermittel gestellt werden. Doch schon jetzt ist klar, dass nach dem Umbau strengere Regeln für die Gastronomen gelten.

Diese Regeln sind im „Handbuch Gendarmenmarkt“ festgelegt. „Insbesondere Form, Materialität und Farbwahl temporärer Aufbauten und Ausstattungselemente haben sich harmonisch in den städtebaulichen Raum einzufügen“, heißt es. Alle Nutzungen sollen sich am hohen architektonischen Anspruch des Areals orientieren. „Dominanz und Pracht der Gebäude“ darf nicht Konkurrenz bekommen durch auffällige, farbkräftige Objekte.

„Glänzende Oberflächen, Glas oder Kunststoffe sowie grelle Farbtöne sind der Wirkung der historischen Fassaden generell nicht zuträglich. Möblierungen und andere temporäre Elemente haben sich vielmehr äußerst zurückhaltend einzufügen.“ Diese Regeln gelten für die Flächen unmittelbar auf dem Platz, aber auch für die Bürgersteige gegenüber vom Platz an Charlottenstraße, Französischer Straße, Mohrenstraße und Markgrafenstraße. Künftig dürfen Tische und Stühle nur noch von März bis Ende Oktober draußen aufgestellt werden.

Kosten verringern sich auf 10,5 Millionen Euro

Die ursprünglich kalkulierten Kosten von 34 Millionen Euro verringern sich auf 10,5 Millionen Euro, weil nicht der gesamte Platz umgestaltet wird. Einige Flächen, die baulich intakt sind, sollen als „Belegfenster der DDR-Bauweise“ unverändert bleiben. Die Bauarbeiten, so Pallgen, würden auf eine Fläche von knapp 15.000 Quadratmeter reduziert. Sie liegt südlich des Französischen Doms.

Der Gehweg der Charlottenstraße im Bereich des Konzerthauses soll verbreitert werden. Die in den 1990er Jahren wiederhergestellten Beete und Wege aus der Vorkriegszeit am Deutschen Dom bleiben unangetastet. Auch die 130 Kugelahornbäume nördlich vom Französischen Dom bleiben erhalten. Dafür hatte sich 2011 eine Mehrheit entschieden.

Geändert wird auch die Platzoberfläche. Die Betonelemente werden durch Platten und Mosaikbeläge aus schlesischem Granit ersetzt. Vorgesehen ist, alle Leitungen zur Versorgung der Schankvorgärten unterirdisch zu verlegen, so dass die Kabeltrassen verschwinden und kein Hindernis mehr für Rollstuhlfahrer oder Gehbehinderte darstellen. „Die historisch geprägte Ausstattung des Platzes wird erhalten und saniert“, sagte Sprecher Martin Pallgen. Verloren gegangene Schmuckelemente an Leuchten und Pollern im Gilly-Stil sollen ersetzt, die Beleuchtung modernisiert werden. Auch am Deutschen Dom werden gut erhaltene Beläge erhalten. Die Reduzierung der Kosten wird durch den Verzicht auf die ursprünglich geplante unterirdische Trafostation erreicht.

Dass es künftig Vorgaben für das äußere Erscheinungsbild geben wird, ist den Gastronomen schon länger bekannt. „Das wurde schon vor zwei Jahren besprochen“, sagt eine Mitarbeiterin vom Restaurant Refugium. Bei diesen Debatten war Mittes Baustadtrat Carsten Spallek (CDU) beteiligt. „Wenn der Platz neu gemacht ist, soll es auch auf der Fläche aufgeräumt aussehen“, so Spallek. Künftig soll es ein Platzmanagement geben.