Netz-Debatte

Bürgerticket für Berliner: "Das ist ja wie GEZ"

Für den Nahverkehr zahlen, auch wenn man ihn nicht nutzt? Das wollen die Berliner Grünen. Diese Forderung kommt nicht bei allen gut an.

Ein Fahrschein - ob aus Papier oder als Plastikkarte - wäre in der Regel nicht mehr nötig, käme das Bürgerticket in Berlin

Ein Fahrschein - ob aus Papier oder als Plastikkarte - wäre in der Regel nicht mehr nötig, käme das Bürgerticket in Berlin

Foto: Daniel Naupold / picture alliance / dpa

Bezahlbare Mieten, günstiger Nahverkehr, sanierte Schulen und gelungene Flüchtlings-Integration - mit diesen Versprechen werben die Berliner Grünen um Stimmen bei der Wahl im Herbst. Auf dem Parteitag am Sonnabend beschlossen die Delegierten nach intensiver Diskussion einstimmig ihr Wahlprogramm.

Doch ein Programmpunkt sorgt in den sozialen Medien für eine rege Diskission. Wenn es um das umlagefinanzierte Bürgerticket geht, gehen die Meinungen auf der Morgenpost Facebook-Seite auseinander.

>>>Bürgerticket: Fahrgastverband nennt Vorschlag „populistisch“

"Die spinnen ja wohl!!", meinen die einen. "Warum nicht?", fragen sich die anderen. Gehe es nach den Grünen, würden alle Berliner künftig für den Nahverkehr bezahlen, egal ob sie öffentliche Verkehrmittel nutzen oder nicht. Mit einem Monatsbeitrag von 15 Euro sollen alle solidarisch an den Fahrtkosten in der Hauptstadt beteiligt werden. Im Gegenzug dürften auch alle Berliner das Angebot des Nahverkehrs mit wenigen Ausnahmen kostenlos nutzen.

"Das öffentliche Verkehrsnetz in Berlin ist klasse. Deshalb gibt es eigentlich keinen Grund im Kfz von A nach B zu kommen. Und erst recht keinen, diese Karte nicht einzuführen!", schreibt Jörg B. auf Facebook. Mit dieser Meinung steht er nicht allein. Doch das Vorhaben der Grünen stößt auch auf Gegenkritik.

>>> Diskutieren Sie mit: Was halten sie von dem geplanten "Bürgerticket"?

Eine Auswahl der weiteren Kommentare:

Cornelia W.: Die spinnen doch. Dann zahlen aber auch alle eine KFZ Steuer bitte, damit die Straßen besser werden. So ein Quatsch. Ich lass mir doch nicht verordnen für etwas zu zahlen, das ich gar nicht nutze.

Volker S.: eine gute Idee, nicht nur für Berlin. Wir müssen endlich beginnen, die Anbetung des Autos zu beenden und mehr Menschen dazu bringen, den ÖPNV zu nutzen. Dadurch könnte in ländlichen Regionen der ÖPNV sogar wesentlich verbessert werden.

Andreas Mentzel: Finde ichFinde ich gut ,keine Fahrkarte mehr kaufen ,Fahrschein Automaten werden nutzlos und nicht mehr gesprengt ! Die Straßen werden entlastet ,keine Staus und Weniger Abgase ! Kein Fahrschein Kontrollen mehr.Man braucht ja in der Stadt sowieso kein auto ,mit der BVG kommt man über all hin .Parkplatz suche mangels Parkplätze entfällt ! Die Straßen werden sicherer und die Luft sauberer .Was spricht dagegen ?

Sa B.: Dann hört das mit dem Schwarzfahren ja auch auf und die ganzen Kontrolleure werden entweder anderweitig eingesetzt oder entlassen???

Bylla B.: Wir zahlen auch für eine Badewanne und nutzen sie nicht 24 Stunden am Tag, sondern nur dann, wenn wir sie brauchen. Solange ihr nicht begreift, dass der Staat ihr selber seid und ihr somit Steuern, Gebühren u.ä. nicht einem ominösen "Da-Oben" zahlt, sondern für euch selbst, ist die Diskussion ohnehin nutzlos!

Max Friedrich Hartmann: Na ja, ich bezahl auch nicht Autobesitzer ja auch für die Parkplätze in der Bewirtschaftungszone vor der Tür und hab dann mit Mietwagen nichtmal Anrecht auf einen Fahrzeugungebunden Anwohnerparkausweis. So sind zwei Tage parken/Jahr schon teurer als ein Anwohnerparkausweis.

David O.: Die Idee ist gar nicht verkehrt. In der Zukunft brauchen wir andere Verkehrswege, als das jeder ein eigenes Auto besitzt. Städte müssen auch vergrößert werden.

Maik W.: Ist ja wie die GEZ. Zahle auch wenn du es nicht nutzt

Peer Lars D.: Bei über 40 Prozent TransferEmpfängern in der Stadt

San D.: unterm Strich sind das wirklich positive Aspekte, wäre schön wenn es machbar wäre, aber wer im Himmel soll das bitte alles bezahlen