Best of Berlin

Hier gibt's Platten für Vinyl-Liebhaber

Am Sonnabend wird wieder weltweit der „Record Store Day“ gefeiert. Auch in Berlin darf gestöbert werden. Eine Auswahl.

Einer der letzten seiner Art: Ralf Jürgen Rachner leitet seit mehr als 40 Jahren die inzwischen letze Musicland-Filiale in Berlin

Einer der letzten seiner Art: Ralf Jürgen Rachner leitet seit mehr als 40 Jahren die inzwischen letze Musicland-Filiale in Berlin

Foto: Amin Akhtar

Spandau: Progressive Töne aus der Klosterstraße

In den 70er-Jahren war Musicland einer erfolgreiche Plattenläden-Kette in Berlin. Davon ist nur die Spandauer Filiale von Ralf Jürgen Rachner übrig geblieben, der nun schon seit mehr als 40 Jahren im Geschäft ist. Einer der Schwerpunkte ist Rock von Progressive bis Blues Rock, aber eigentlich wird man in dem umfangreichen Sortiment an CDs und Vinyl bei allen Musikstilen fündig. „Hinzu kommt ein bunt gemischtes Angebot an Second-Hand-Platten, Plattenzubehör und Merchandising-Artikel“, erklärt Rachner.

Musicland Klosterstr. 12, Spandau, S5 Spandau, U7 Rathaus Spandau, Mo.–Fr. 12–19, Sbd. 10–16 Uhr, Tel. 332 20 72

Kreuzberg: DJs schwören auf dieses Technoplattenwunderland

Vielleicht der einzige Berliner Record Store mit einem eigenem Wikipedia-Eintrag. Gegründet im Dezember 1989 von den Musikern und Label-Betreibern Moritz von Oswald und Mark Ernestus hat das Hard Wax die elektronische Musik-Szene an der Spree maßgeblich mit beeinflusst. Ob Techno oder House, Dub oder Drum’n Bass, die Scheiben drehen sich, die DJs aus aller Welt geben sich die Klinke in die Hand. Wobei über 50 Prozent des Handels inzwischen über den gut aufgestellten Online-Shop laufe, wie ein Mitarbeiter berichtet.

Hard Wax Paul-Linke-Ufer 44a, Kreuzberg, U1, 8 Kottbusser Tor, U 8 Schönleinstr., Mo.–Sbd. 12–20 Uhr, Tel. 61 13 01 11

Mitte: Die ganze Welt der Musik, verteilt über drei Etagen

Die größte Auswahl an klassischer Musik weltweit soll es sein, die in der zweiten Etage des Kulturkaufhauses auf den Klassik- und Opernfreund wartet. Im Untergeschoss ist hingegen der Mainstream, Jazz und Weltmusik zu Hause. „Insgesamt führen wir etwa 70000 CDs“, sagt Pressesprecherin Bianca Krömer. Aber auch die 7000 schwarzen Scheiben im Erdgeschoss in der Vinylabteilung können sich sehen lassen. „Am Recordstore-Day tritt bei uns Alice Phoebe Lou auf“, gibt Krömer einen Tipp.

Dussmann das Kulturkaufhaus Friedrichstr. 90, Mitte, U6, S1, S2, S5, S7, S9, S25, S75 Friedrichstraße, Mo.–Fr. 9–24, Sbd. 9–23.30 Uhr, Tel. 20 25 11 11

Prenzlauer Berg: House und Disco und noch vieles mehr

„In diesem Jahr beteiligen wir uns leider nicht am Record Store Day“, sagt Mitarbeiter des OYE Records, Moritz. Trotzdem bleibt der Laden in der Oderberger Straße, seit zweieinhalb Jahren gibt es eine Filiale in der Neuköllner Friedelstraße, eine der beliebtesten Institutionen für die Fans elektronischer Tanzmusik. In drei Verkaufsräumen wird hauptsächlich House und Disco, aber auch Hip Hop und Jazz als Vinyl angeboten. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf 12-inch-Scheiben. Genug Stoff, um stundenlang zu wühlen.

Oye Records Oderberger Str. 4, Prenzlauer Berg, U2 Eberswalder Str., Mo.–Fr. 13–20 Uhr, Sbd. 12–19 Uhr, Tel. 66 64 78 21

Mitte: Hier gibt es alle möglichen Stilrichtungen von A bis Z

„Wir sind noch der klassische Platteneinzelhandel, richtig ‚old school’, Musik aller Stilrichtungen von A bis Z und auf allen Tonträgern“, erklärt Inhaber Bernd Leyon, der schön mehr als 20 Jahre im Music Department ist. Das ist in Zeiten der Spezialisierung eher selten, kommt bei der Kundschaft aber nach kurzer Orientierung zumeist gut an. „Gerade erst habe ich ein neues Kassetten-Regal eingerichtet“, sagt Leyon. Auch danach gäbe es wieder Nachfrage, nicht nur nach Vinyl.

Musik Department Kastanienallee 41, Prenzlauer Berg, Tram 12, M1 Zionskirchplatz, Mo–Fr. 11–20 Uhr, Sbd. 11–18 Uhr (Record Store Day bis 19 Uhr), Tel. 46 77 79 61

Charlottenburg: Musikalischer Klassiker am Kurfürstendamm

Direkt an Berlins bekannten Boulevard hat nach seinem Umzug vom Breitscheidplatz einer der traditionsreichsten und größten Berliner Plattenläden überlebt: City Music. Auf mehr als 700 Quadratmetern gibt es hier CDs, DVDs, Singles und LPs aus allen Musikrichtungen, fein säuberlich sortiert in verschiedenen Abteilungen. Zum Stöbern bestens geeignet ist das umfangreiche Second-Hand-Sortiment. „Am Record Store Day stehen die Leute schon um 9.30 Uhr Schlange“, freut sich Brigitte Nicolaou von City Music.

City Music Kurfürstendamm 207, Charlottenburg, U1 Uhlandstr., Mo.–Sbd. 10-20 Uhr, Tel. 88 71 66 77

Niederschönhausen: Ein Laden voller Jazz von 1910 bis heute

Peter Dureks hat eigentlich nur einen Lagerraum für seine Plattensammlung gesucht, doch dann ein Plattengeschäft auf- und das Hobby zum Beruf gemacht. In seinem Laden Jazz Dreams stehen mehr als 35.000 Vinyl- und Schellackplatten mit klassischem Jazz von 1910 bis heute. „Das Meiste sind natürlich Einzelstücke, aber wir haben auch alle Neupressungen“, erklärt Durek, dessen Kunden Musikliebhaber und Sammler nicht nur aus Berlin und dem Umland sind. Für den ungetrübten Hörgenuss der Tonträger verkauft er in seinem geschäft auch ausgesuchte HiFi-Komponenten und bietet Service wie Plattenreinigung und Reparaturen an.

Jazz Dreams Hermann-Hesse-Str. 25, Niederschönhausen, Tram 50, M1 Grabbeallee/Pastor-Niemöller-Platz, Di.–Fr. 14–18 Uhr, Sbd. 12–16 Uhr, Tel. 54 84 05 50

Friedrichshain: Musik und Mode liegen hier dicht beieinander

Während in der Streetwear-Abteilung der Mid-Sale läuft und Sneakers anprobiert werden, kann man gleichzeitig nebenan in dem Hhv.de Store nach seiner neuen Lieblingsplatte stöbern und auch reinhören. Dabei steht die Abkürzung hhv für HipHopVinyl und zeigt, wo es bei den Tonträgern musikalisch lang geht: reichlich Black Music, aber auch Techno, Indie und Rock. Wobei der Online-Shop sich einer riesigen Auswahl von 70.000 Vinyl-Scheiben rühmt. Beliebt: online bis acht Uhr morgens bestellen und am gleichen Tag im Laden abholen.

Hhv.de Store Grünberger Str. 54, Friedrichshain, Tram M10 Grünberger Str./ Warschauer Str., Tram 21 Niederbarnim Str., Mo.–Sbd. 12–20 Uhr, Tel. 29 36 73 77

Schöneberg: Hier gibt es Vinyl satt und auch noch Live-Konzerte

„We care for Vinyl“, heißt es bei Mr. Dead & Mrs. Free vollkommen zu Recht. Seit nunmehr 33 Jahren ist der Plattenladen mit dem ungewöhnlichen Namen, der auf ein New Yorker Performance-Stück von 1981 zurückgeht, eine der ersten Anlaufstellen vor allem für die Anhänger von Indie, Brit-Pop, Rock, Rockabilly und Punk. Auf Kompetenz und freundliche Beratung ist Verlass und der Laden hat auch schon mehr als einen legendären Live-Auftritt erlebt.

Mr. Dead & Mrs. Free Bülowstr. 5, Schöneberg, U1, 2, 3, 4 Nollendorfplatz, Mo.–Fr. 12–19, Sbd. 11–16 Uhr, Tel. 21 51 449

Schöneberg: Ein Strand voller Schallplatten

Seit Jahren ist Trinity Music als erfolgreicher Konzertveranstalter in Berlin bekannt. Dass auch ein Plattenladen dazugehört wissen die wenigsten. Dabei liegt der Gedanke eigentlich nahe. Also hat Chef Thomas Spindler seinen eigenen Vinyl-Shop Dodo Beach eröffnet. Attraktion für Fans der härteren Gangart ist im Keller Dodos Metal Dungeon, das sich ganz den verschiedenen Spielarten der harten Musik wie Metalcore oder Occult Rock widmet. Ansonsten bietet der Plattenstrand auf über 200 Quadratmetern alles von Punk über Soul und Funk bis Weltmusik.

Dodo Beach Vorbergstr. 8, Schöneberg, U7 Eisenacher Str., Mo.–Fr. 10–20, Sbd. 11–20 Uhr, Tel. 30 10 6 80 80

>>> Record Store Day 2016 Alle Infos zu Plattenläden, Konzerten und exklusiven Neuveröffentlichungen im Internet unter www.recordstoredaygermany.de