Berlin

Feuerwehr fährt mehr als 434.000 Einsätze im Jahr

Der Arbeitsdruck auf die Berliner Feuerwehr hat weiter zugenommen. Die Einsatzzahlen sind im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Eine alternde Bevölkerung, die wachsende Stadt und sehr viele Fehlalarme haben die Zahl der Einsätze im Jahr 2015 auf 434.309 steigen lassen, ein Plus von knapp neun Prozent. 2014 waren es noch 399.209 Einsätze. Die Zahlen stellte Berlins Landesbranddirektor Wilfried Gräfling am Mittwoch vor.

Den größten Anteil in der Jahresbilanz nehmen die Rettungsdiensteinsätze ein. Sie stiegen um 30.400 von 333.199 auf 363.599. 83,7 Prozent aller Einsätze entfallen demnach auf den Notfallrettungsdienst. 2015 sind die Fehlalarme und Erkundungseinsätze laut Gräfling um 3146 gestiegen, Brandeinsätze um 709, Fahrten für technische Hilfeleistungen um 845. Auch die Zahl der Brandtoten stieg von 27 im Jahr 2014 auf 33 im Jahr 2015. Bei den Notfalleinsätzen wegen Unfällen oder Krankheiten kommen die Rettungswagen sehr oft später an als festgelegt. Bei Brandeinsätzen werden die Zeiten gut eingehalten.

Gewerkschaft fordert bessere Ausrüstung und mehr Personal

Auch im Rahmen der Flüchtlingshilfe verzeichnete die Feuerwehr 2015 steigende Einsatzzahlen. Demnach wurden 39.400 Flüchtlinge aus 102 Sonderzügen am Bahnhof Schönefeld in Empfang genommen und versorgt. Dabei fielen knapp 26.000 Arbeitsstunden an. Die gestiegenen Flüchtlingszahlen spiegeln sich auch im Notrettungsdienst wieder. „Wenn jemand fremd in der Stadt ist und Hilfe braucht, dann ruft er die Feuerwehr“, erklärte Gräfling.

Die Gewerkschaft der Polizei fordert spürbare Verbesserungen bei Personal, Ausrüstung und Infrastruktur. Der steigende Krankheitsstand mache deutlich, dass das wachsende Arbeitspensum mit dem vorhandenen Personal nicht mehr lange zu bewältigen sei. „Wir brauchen eine massive Einstellungsoffensive sowie die damit verbundene Leistungssteigerung der Feuerwehr-und Rettungsdienst Akademie, um alle Lagen in der gewünschten Qualität bewältigen zu können“, sagte Hauptbrandmeister Michael Schombel, Bezirksgruppenchef der Feuerwehr bei der GdP. Bereits jetzt wären dafür 500 Leute mehr notwendig. Bedingt durch die steigende Belastung und die bevorstehende Pensionswelle würden in den nächsten Jahren weitere 500 bis 700 Kräfte benötigt.

„Die Feuerwehr braucht ein Sofort­paket von mindestens 13,5 Millionen Euro für mehr Personal, neue Stützpunkte und eine Modernisierung der maroden Fahrzeugflotte“, forderte Benedikt Lux, innenpolitischer Sprecher der Grünen im Abgeordnetenhaus.