6,50 pro Quadratmeter

80.000 neue günstige Wohnungen für Berlin

Berlins Landes-Gesellschaften erweitern ihren Bestand. Die Mieten in den Wohnungen sollen im Schnitt 6,50 Euro pro Quadratmeter kosten.

Die Berliner Wohnungsbaugesellschaften wollen ihren Bestand in den nächsten zehn Jahren um 80 000 Wohnungen erweitern

Die Berliner Wohnungsbaugesellschaften wollen ihren Bestand in den nächsten zehn Jahren um 80 000 Wohnungen erweitern

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In den kommenden zehn Jahren sollen die sechs landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften ihren Wohnungsbestand um rund 80.000 auf dann 400.000 Wohnungen erhöhen. Um dieses Ziel zu erreichen, sollen die Unternehmen rund 53.400 Wohnungen neu bauen sowie 26.600 Wohnungen ankaufen. Das sieht eine Vereinbarung vor, die der Senat am Dienstag mit den Chefs der Unternehmen von Degewo, Gesobau, Gewobag, Howoge, WBM sowie Stadt und Land geschlossen hat.

„Berlin braucht mehr neue und bezahlbare Wohnungen, verteilt über alle Bezirke“, sagte der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) anlässlich der Vertragsunterzeichnung im Roten Rathaus. Um die soziale Mischung in der Stadt zu erhalten, sei die Versorgung aller Bevölkerungsschichten mit Wohnraum eine Grundvoraussetzung. Die landeseigenen Unternehmen wurden deshalb nicht nur dazu verpflichtet, in Ankauf und Neubau zu investieren. Darüber hinaus sollen auch noch 30 Prozent der neu gebauten Wohnungen – also 17.800 Wohnungen – zu Mieten von sechs bis 7,50 Euro je Quadratmeter und Monat (kalt) vergeben werden.

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„Für alle Unternehmen zusammen ergibt sich daraus ein Gesamtvolumen von 11,5 Milliarden Euro bis 2026“, erläuterte Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel (SPD). Zwar müssten die Unternehmen nicht nur in Neubau und Ankauf investieren, sondern auch ihren Wohnungsbestand kontinuierlich unterhalten. „Doch unsere Unternehmen konnten sich in den vergangenen zehn Jahren entschulden, es sind durchweg gesunde Gesellschaften“, betonte Geisel. Bei der Verpflichtung, ihr Engagement über die reine Bestandspflege hinaus zu vertiefen, werde ihnen zudem das Land Berlin unter die Arme greifen. „Wir haben uns im Gegenzug verpflichtet, die Wohnungsunternehmen verstärkt mit landeseigenen Baulandflächen zu versorgen“, sagte Geisel. Zudem müssten die Unternehmen ihre Überschüsse nicht an das Land abführen, sondern können sie zur Umsetzung der vereinbarten Ziele einsetzen. Für den Doppelhaushalt 2018/19, so stellte Geisel in Aussicht, werde man aber auch über Eigenkapitalerhöhungen nachdenken.

Um günstige Mieten anbieten zu können, werden die Baukosten zudem auf 2000 Euro je Quadratmeter begrenzt. „Angesichts der Preisentwicklung am Bau setzen wir auf die serielle Fertigung von Bauelementen“, sagte Geisel. „Das führt nicht zu monotonem Städtebau“, versprach der Senator. Auch die Wohnungsgrundrisse sollen effektiver werden, sodass eine vierköpfige Familie mit 80 Quadratmeter auskommen kann. „Damit kommen wir auch dem Ziel, Berlin bis zum Jahr 2050 zu einer klimaneutralen Stadt zu entwickeln, einen großen Schritt näher“, sagte Geisel.

Welche Grundstücke konkret an die einzelnen Wohnungsbaugesellschaften übertragen werden sollen, sei noch in der Abstimmung, sagte Geisel weiter. Als Faustregel könne jedoch gelten, dass der Senat jedes Jahr Grundstücke im Wert von insgesamt 70 Millionen Euro überschreibt.

Die landeseigenen Unternehmen würden die ihnen gestellte Aufgabe „freiwillig übernehmen“, beteuerte Gesobau-Chef Jörg Franzen. Die Gesobau soll laut Vertrag den derzeitigen Bestand von 41.000 auf 52.100 im Jahr 2026 erhöhen. Aktuell bauten die sechs Gesellschaften bereits an 30.000 Wohnungen, betonte Franzen. Die Wirtschaftlichkeit sei dadurch nicht gefährdet. Derzeit betrage etwa die Eigenkapitalquote seines Unternehmens 25 Prozent, so der Gesobau-Chef. Ende 2026 werde sie vermutlich knapp unter 20 Prozent liegen. „Aber auch das ist noch ein vertretbarer Wert“, so Franzen. Da angesichts der starken Nachfrage in Berlin die Preise für Wohngebäude kontinuierlich steigen, sei nun „intensive Marktbeobachtung“ angesagt, so Franzen weiter. Hilfreich sei dabei, dass mit dem Bund die Übernahme der 4600 Bima-Wohnungen in Berlin zum Verkehrswert vereinbart wurde. „Wir hoffen, dass die ersten Kaufverträge in den kommenden Monaten abgeschlossen werden“, sagte Franzen.

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