Kuriose Beschwerde

BVG-Kampagne - Fahrgast erbost über Hund auf der Sitzbank

Ein Fahrgast fühlt sich durch Hunde in der U-Bahn belästigt. Er weiß: Die BVG ist beim Thema Vierbeiner einfach nicht sensibel genug.

Der neue Look in der U-Bahn geht Richtung Damaltiner

Der neue Look in der U-Bahn geht Richtung Damaltiner

Foto: BVG / BM

Beschwerden sind die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) ja gewohnt. Meist geht es da um verspätete Züge oder Busse, die in Rudeln fahren. Aber manchmal kommt alles anders.

Ein Fahrgast veröffentlichte am Freitag im Netz ein Beschwerdeschreiben an die BVG, das sie dort so auch eher selten bekommen. Es geht um ein Werbeplakat der Kampagne „Weil wir dich lieben“. Darauf zu sehen: eine Dame in der U-Bahn mit ihrem Hund. Die Frau trägt ein Outfit, das dem Fell des Dalmatiners verdächtig ähnelt. „Spar am Abo, nicht am Style“, so der pfiffige Slogan.

Der erboste Kunde findet das nicht zum Lachen. Er fühlt sich schon länger durch Hundehalter gestört, die sich in der U-Bahn nicht an die Beförderungsbestimmungen halten, schreibt er. Diese besagen untere anderem, dass Hunde angeleint sein müssen und nicht auf den Sitzbänken Platz nehmen dürfen. Man ahnt es: Der Hund auf dem Plakat ist nicht angeleint – und sitzt obendrein auf der Sitzbank.

„Ich habe zwar noch ein gewisses Verständnis dafür, dass es der BVG aus vielerlei praktischen Zwängen heraus gegenwärtig nicht möglich scheint, solche Verstöße konsequenter und vor allem umfassend zu sanktionieren“, schreibt der Kunde. Dem Plakat müsse er aber entnehmen, dass der BVG „jegliche Sensibilität für dieses Problem fehlt.“

Die BVG schwankt zwischen Belustigung und Kopfschütteln. „Wir bekommen deutlich mehr Beschwerden über Fahrgäste als über Hunde“, sagt Sprecherin Petra Reetz. Wenn sich alle Fahrgäste so benehmen würden wie Hunde, „hätten wir keine Probleme mehr.“ Und überhaupt: Hätten die Leute denn gar keinen Humor mehr? Ende der Durchsage.

Wahrscheinlich ist, dass bald eine neue Beschwerde kommt. Dann wird die BVG sich rechtfertigen müssen, warum sie neuerdings auch ausgewachsene Braunbären transportiert.