Zuschuss

Tierschutzverein zahlt 50 Euro für Katzenkastration

Berliner Tierhalter, die sich eine entsprechende Operation der Vierbeiner nicht leisten können, erhalten erstmals eine Unterstützung.

Katzenbabys sind zwar niedlich, doch die unkontrollierte Vermehrung streunender Tiere, bringt viele Vierbeiner in Not

Katzenbabys sind zwar niedlich, doch die unkontrollierte Vermehrung streunender Tiere, bringt viele Vierbeiner in Not

Foto: Peer Grimm / dpa

Berliner Katzenbesitzer mit wenig Geld können beim Tierschutzverein für Berlin (TVB) erstmals einen 50-Euro-Gutschein für die Kastration ihrer Mieze bekommen. Der Zuschuss soll es bedürftigen Hauptstädtern leichter machen, ihre Tiere kastrieren zu lassen, sagte Tierheim-Sprecherin Annette Rost am Donnerstag. Ziel sei es, langfristig das Elend Tausender Berliner Straßenkatzen zu lindern. Für das Programm stünden 50.000 Euro aus Spendengeldern zur Verfügung.

Nicht kastrierte Hauskatzen und -kater, die sich mit streunenden Tieren paaren, sorgen für noch mehr Nachwuchs. Vor allem im Frühjahr stoße das Tierheim am Hausvaterweg in Falkenberg durch die vielen und oft kranken Jungtiere an seine Grenzen. „Die ersten Kätzchen sind schon bei uns, im Mai platzt unser Katzenhaus dann aus allen Nähten“, so Rost. Bis zu 500 Tiere lebten dann oft dort und warteten auf ein neues Zuhause.

Operation kostetzwischen 70 und 120 Euro

Die Kastration einer Katze kostet nach Angaben des Vereins beim Tierarzt rund 120 Euro, die eines Katers 70 bis 80 Euro.

Die 50-Euro-Gutscheine als Zuschuss gibt der Tierschutzverein nur an Inhaber eines „Berlinpasses“ aus. Den Pass erhalten zum Beispiel Hartz-IV- und Sozialhilfeempfänger sowie Asylbewerber mit Aufenthaltserlaubnis. Tierärzte können den Gutschein direkt mit dem Verein abrechnen.

Ein Signal auch an den Berliner Senat

Mit der Aktion wolle man ein klares Zeichen setzen, heißt es. Auch in Richtung des Berliner Senats, der eine Katzenschutzverordnung, die die Kastration eigener Tiere verbindlich machen würde, seit Jahren schuldig bleibe. "Weil die Politik nicht handeln will, ergreifen wir nun die Initiative und hoffen, damit vielen Menschen - und langfristig den Berliner Straßenkatzen - helfen zu können", so Wolfgang Apel, Präsident des Vereins.

Auch andere europäische Großstädte versuchen mit Kastrationsprogrammen die Zahl der Straßenkatzen zu senken - zum Beispiel Rom. Die Zahl der streunenden Katzen habe seitdem deutlich abgenommen, heißt es vom Verein Katzenkolonie Torre Argentina. Jedes Jahr lasse der Verein mit Spendengeldern mehr als 3000 Miezen kastrieren.

Kastrationsgutscheine können beim Tierschutzverein für Berlin unter folgender Rufnummer bezogen werden: 030/76 888 127.

Wird die Kastration in der tierheimeigenen Praxis in Falkenberg durchgeführt, dann werden die Tiere zusätzlich kostenlos gechipt.