Um- und Neubau

Kreuzberger Hauptmann-Schule wird Integrationsprojekt

Auf dem „Campus Ohlauer Straße“ sollen rund 140 preiswerte Mietwohnungen unter anderem für Flüchtlinge und Studenten entstehen.

Eine Simulation zeigt, wie das Neubauprojekt Campus Ohlauer Straße aussehen könnte

Eine Simulation zeigt, wie das Neubauprojekt Campus Ohlauer Straße aussehen könnte

Foto: Senat für Stadtentwicklung

Die Gerhart-Hauptmann-Schule soll endlich positive Schlagzeilen machen. Mit dem neuen „Campus Ohlauer Straße“ will der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg dieses Ziel erreichen. Geplant ist ein Neubau vor dem alten Schulgebäude an der Reichenberger und der Ohlauer Straße in Kreuzberg.

Die landeseigene Wohnungsbau­gesellschaft Howoge wird das Vorhaben realisieren und dazu eine Teilfläche von 3900 Quadratmetern erwerben. Sie hat die Pläne im Stadt­entwicklungsausschuss der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) am Mittwochabend vorgestellt.

Der Campus Ohlauer Straße soll ein Inte­grationsprojekt werden. Geplant seien 140 neue Wohnungen, davon 37 Sozialwohnungen, sagte Stefan Schautes, Leiter Neubau der Howoge. 56 Wohnungen sind für Studenten vorgesehen, 35 für Flüchtlinge, 12 für obdachlose Frauen mit Kindern. Außerdem wird im Erdgeschoss des Neubaus eine öffentliche Familienbibliothek eingerichtet.

Das Projekt war 2015 beim Wettbewerb „Experimenteller Geschosswohnungsbau in Berlin“ erfolgreich und wird vom Senat gefördert. Er zahlt pro Wohnung einen Baukostenzuschuss von 55.000 Euro.

Für den Wettbewerb hatte das Büro Zappe Architekten einen Entwurf ausgearbeitet.

Prototyp mit seriell gefertigten Elementen

Die Howoge hat die Arbeiten Anfang 2016 ausgeschrieben. Es solle ein Wohnungs-Prototyp entwickelt werden, der mit seriell gefertigten Elementen nachgebaut werden kann, heißt es in den Unterlagen.

Der Zeitplan für das Projekt ist ehrgeizig. Bis Ende Juni sollen die Planungsunterlagen für die Baugenehmigung fertig sein. Im Frühjahr 2018 soll der Campus stehen.

Doch auf Bezirksebene gibt es noch Diskussionsbedarf, vor allem bei der Piraten-Fraktion in der BVV. Sie kritisiert, dass das geplante Gebäude zu viel Platz auf dem Hof der Gerhart-Hauptmann-Schule einnimmt. Dadurch gebe es zu wenig Freifläche für die Bewohner. Carsten Joost, Bürgerdeputierter der Piraten im Stadtentwicklungsausschuss der BVV, sagt, das Vorhaben sei zwar inhaltlich zu begrüßen. Jedoch habe das Bezirksamt den Ausschuss erst spät informiert.

Joost hat einen alternativen Plan für den Campus Ohlauer Straße vorgelegt. Er schlägt vor, das alte Gebäude der Hauptmann-Schule durch einen Anbau und ein Dachgeschoss zu vergrößern. Ein siebengeschossiger Neubau soll demnach am nördlichen Rand des Grundstücks entstehen, so dass ein rund 2000 Quadratmeter großer Platz in der Mitte des Schulhofes frei bleibt und Bäume erhalten werden.