Neue Dienstkleidung

Wenn der Schriftzug "Ordnungsamt" auf dem Po prangt

Sie sollen eigentlich Respekt erfahren – und laufen jetzt Gefahr, ausgelacht zu werden: die Mitarbeiter des Berliner Ordnungsamts.

Ordnungsamt am Gesäß

Ordnungsamt am Gesäß

Foto: Klaus Schmitt

Kleider machen Leute, das müssen die Mitarbeiter des Berliner Ordnungsamts gerade am eigenen Leib erfahren. Seit einigen Wochen verteilt die Senatsinnenverwaltung neue Dienstkleidung an ihre Kollegen. Und wollte dabei modisch offenbar mal neue Wege gehen.

Der vermeintliche Clou: Der Schriftzug „Ordnungsamt“ prangt diesmal nicht nur auf dem Rücken, sondern auch, und zwar gut leserlich, auf der rechten Gesäßtasche. Die Gewerkschaft Verwaltung und Verkehr (GVV) findet diesen Vorstoß alles andere als gelungen.

Ein Feuerwerk an Spötteleien und Gemeinheiten

„Die Emotionen sind hochgekocht“, sagt GVV-Chef Klaus Schmitt. Die neuen Hosen würden ein Feuerwerk an Spötteleien und derben Gemeinheiten erzeugen. „Ertragen müssen es ausgerechnet jene, die im öffentlichen Raum für Recht und Ordnung sorgen und sowieso schon Beschimpfungen aller Art ausgesetzt sind“, so Schmitt, dessen Gewerkschaft knapp ein Zehntel der rund 800 Ordnungsdienst-Mitarbeiter vertritt.

Besonders für weibliche Mitarbeiter seien die Hosen mehr als unvorteilhaft, sagt der Gewerkschaftler. Was sich die Verwaltung dabei gedacht habe, sei ihm schleierhaft. Immerhin sind die Ordnungsdienstler nicht gezwungen, die neuen Hosen zu tragen. Es stehen auch andere Modelle zur Auswahl.