U-Bahn in Berlin

U8 könnte bald bis zum Märkischen Viertel fahren

U-Bahn-Bau in Berlin ist teuer, trotzdem könnte die U8 von Wittenau bis zum Märkischen Viertel bald verlängert werden.

Der Senat will die U-Bahnlinie 8 von Wittenau bis in das Märkische Viertel verlängern – wenn das Geld dafür vorhanden ist. Das kündigten der Regierende Bürgermeister Michael Müller und Verkehrssenator Andreas Geisel (beide SPD) am Dienstag nach der Senatssitzung an.

„Die Verlängerung ist eine sinnvolle Idee, zumal schon ein 600 Meter langer Tunnel dafür besteht“, sagte Geisel im Reinickendorfer Rathaus, wo der Senat am Dienstag zu seiner turnusmäßigen Bezirkstour zusammengetroffen ist. „Vor dem Hintergrund der wachsenden Stadt ist es nicht nur wichtig, neu entstehende Gebiete verkehrlich zu erschließen, sondern auch bestehende Wohnquartiere verkehrlich besser anzubinden“, sagte Müller.

Reinickendorf wünscht sich seit langem die Verlängerung der U-Bahn in das Märkische Viertel. „Wir haben ein hohes Interesse daran“, sagte Bezirksbürgermeister Frank Balzer (CDU). Wegen des bestehenden Tunnels würde die rund 1,2 Kilometer lange Verlängerung mit 80 bis 85 Millionen Euro vergleichsweise preisgünstig ausfallen. Müller kündigte an, „ernsthaft zu prüfen“, das Projekt in die Investitionsplanung aufzunehmen.

Teurer U-Bahnbau

Bislang hatte sich Verkehrssenator Geisel zurückhaltend zu entsprechenden Plänen geäußert. Der U-Bahnbau gilt im Vergleich zum Bau anderer Verkehrsinfrastruktur als sehr teuer. Geisel will sich nur dann für das Projekt einsetzen, wenn dafür keine andere geplante Investition in die Verkehrsinfrastruktur zurückgestellt werde.

Derzeit läuft im Bezirk eine Unterschriftenaktion für den seit 40 Jahren geplanten Anschluss des Märkischen Viertels an das U-Bahnnetz. Bis zu 60 Prozent der Baukosten könnten vom Bund übernommen werden. Berlin müsste dann lediglich rund 25 Millionen Euro kofinanzieren, rechnen die Befürworter vor.

Der U-Bahn-Anschluss würde zudem den Verkehr auf dem Wilhelmsruher Damm entlasten und somit eine Senkung der Lärmbelastung für Anwohner bedeuten, argumentieren die Initiatoren der Unterschriftenaktion, unter anderem der CDU-Abgeordnete Michael Dietmann.