Proteste

Demo in Hellersdorf - 200 Rechte, 400 Linke, 550 Polizisten

Die Rechten-Demo in Marzahn ist beendet. Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort. Ein Beamter wurde leicht verletzt.

Linke Gegendemonstranten haben am Samstag etwa 200 aufmarschierten Rechtsextremisten und Rechtspopulisten im Berliner Bezirk Marzahn-Hellersdorf teilweise die Wegstrecke versperrt. Deren Route musste deswegen geändert werden, teilte die Polizei am Samstag mit. Die Zahl der Gegendemonstranten schätzte die Behörde auf mindestens 400. Aus ihren Reihen flogen mehrfach Knallkörper auf die Rechten. Es gab eine Reihe von Festnahmen, vor allem zur Personalienüberprüfung. Die Polizei war nach eigenen Angaben mit rund 550 Beamten im Einsatz.

Auf Twitter wurde über Krankenwageneinsätze am Rande der Sitzblockaden berichtet. Angaben zu Verletzten lagen der Pressestelle der Polizei am späten Nachmittag aber noch nicht vor.

Linke Initiativen hatten zu drei Gegenkundgebungen nahe dem U-Bahnhof Hellersdorf aufgerufen. Auf Plakaten der Teilnehmer war „Bunt statt braun“ und „Für eine solidarische Gesellschaft - jetzt und überall“ zu lesen. Außerdem waren Fahnen von SPD, Linke und Piraten zu sehen. Zu Beginn der Veranstaltung hatte die Polizei ein Plakat wegen strafbaren Inhalts konfisziert.

Das neu gegründete „Berliner Bündnis gegen Rechts“ rief auch zu Blockaden der rechten Demonstration auf. Zu dem Bündnis gehören neben den Jusos und der Gewerkschaft Verdi auch linksradikale Gruppen wie die „Autonome Antifa Berlin“. Den ersten Versuch einer Blockade verhinderte die Polizei noch. Spätere Versuche, kleinere Blockaden entlang der Wegstrecke einzurichten, gelangen jedoch.

Die Demonstration der Rechten war von der Initiative „Nein zum Heim“ angemeldet worden, hinter der laut Berliner Verfassungsschutz auch NPD-Mitglieder und andere Neonazis stehen.

Eine weitere Kundgebung der Gegendemonstranten war vor einem Haus in der Landsberger Allee angemeldet, das als ein Symbol für die Befreiung Berlins von den Nationalsozialisten gilt. In den Nächten zu Freitag und zu Samstag hatten vermutlich Rechtsextremisten die Gedenktafel an dem angeblich 1945 als erstes befreiten Haus Berlins beschmiert. Der polizeiliche Staatsschutz ermittelt.