Berlin

Ohne Angst durch die Nacht mit dem Heimwegtelefon

Im dunklen Park, auf der Straße und in der U-Bahn sind die Mitarbeiter vom Heimwegtelefon an der Seite ihrer Anrufer.

Foto: Reto Klar

Wen nachts auf dem Weg durch Berlin ein mulmiges Gefühl beschleicht, dem könnte ein Anruf beim Heimwegtelefon helfen. „Wir sind für alle da, die sich zum Beispiel auf der Straße oder in der U-Bahn unsicher fühlen“, sagte Frances Berger, Geschäftsführerin von Heimwegtelefon, in Berlin. Ziel der etwa 40 Helfer sei es, die Anrufer mit einem netten Gespräch nach Hause zu begleiten.

Die Ehrenamtlichen nehmen pro Nacht etwa zwischen 5 und 50 Anrufe an - nicht nur aus Berlin, sondern aus ganz Deutschland. „Es gibt eine zentrale Nummer, die von überall erreichbar ist“, so Frances Berger (030 - 120 74 182).

Die Mitarbeiter sitzen in den Abend- und Nachtstunden zu Hause und warten darauf, dass ihr Telefon klingelt. Sie fragen den Anrufer, wo er sich befindet und sind dann die ganze Zeit am Computer an seiner Seite. „Falls es wirklich mal gefährlich wird, können wir vom Heimwegtelefon die Polizei rufen“, erklärte die Chefin. Das komme aber nur äußerst selten vor. Die meisten Gespräche sind zu Ende, wenn der Türschlüssel gezückt wird.

Die Idee zum Heimwegtelefon ist im Jahr 2011 nach einem Vorbild aus Schweden entstanden. „Das Projekt hat seitdem schon ein heftiges Auf und Ab erlebt. Zwischendurch war es schon fast tot“, erzählte Berger. Seit Jahresbeginn habe es aber wieder an Fahrt gewonnen. „Jetzt lassen wir Plakate drucken, um noch mehr auf uns aufmerksam zu machen“, so die Chefin. Finanziert wird das Projekt über Spenden.

Das Heimwegtelefon ist Donnerstag von 20-24 Uhr sowie Freitag und Samstag von 22-04 Uhr zu erreichen. Das Gespräch ist kostenlos, bezahlt werden nur die Telefongebühren.