Ehen

Scheidungen in Berlin: Verflixtes siebtes Jahr kein Mythos

Die Trennungsrate ist laut Statistik gegen Ende des sechsten und im siebten Jahr in Berlin tatsächlich am höchsten.

In Berlin und Brandenburg ist im vergangenen Jahr eine fünfstellige Zahl von Ehen in die Brüche gegangen. Beide Bundesländer brachten es 2015 zusammen auf 11.272 Ehescheidungen, wie das Statistische Landesamt am Freitag mitteilte.

In Brandenburg lösten 4845 Ehepaare den sogenannten Bund fürs Leben, in Berlin waren es 6427 Paare. Die Zahlen bewegten sich auf ähnlichem Niveau wie im Vorjahr, hieß es.

In Berlin betrug der Anteil der Frauen, die die Scheidung einreichten, 50,8 Prozent. Bei 12,3 Prozent der Fälle wollten beide Partner die Trennung. Insgesamt 37 Ehen hielten nur ein Jahr. Drei Ehen sogar nicht einmal zwölf Monate.

Im Land Brandenburg ging sogar in 54,1 Prozent die Initiative zur Ehescheidung von der Frau aus. Lediglich in 120 Fällen reichten beide Partner die Scheidung gemeinsam ein. Fünf Prozent der Ehen wurden ganz ohne Zustimmung des jeweiligen Partners geschieden. Wie das Statistische Landesamt weiter ermittelte, hatten 22 Ehen nur ein Jahr überdauert, fast ein Viertel der Paare (1191) ließ sich nach 25 und mehr Jahren Ehe scheiden.

Altersunterschied ist Scheidungsrisiko

Und auch das ergab die Statistik: Ältere Frau, jüngerer Mann - das ist nicht nur häufig ein Gesprächsthema, sondern birgt auch Risiken. So wurden in Berlin 2015 rund 50 Ehen geschieden, in denen die Frau mehr als 15 Jahre älter war als ihr Partner, teilte das Statistikamt weiter mit. Insgesamt waren die Frauen etwa in jeder fünften (1255) der 6427 geschiedenen Ehen älter.

Auch unterschiedliche Pässe sind demnach ein Scheidungsrisiko: Bei jeder vierten Trennung hatte einer der Partner eine ausländische Staatsangehörigkeit. Türkische Paare standen eher selten vor dem Scheidungsrichter. Hier registrierte das Amt nur 109 Fälle - 1,7 Prozent.

Wie die Daten zeigen, ist auch das „verflixte siebte Jahr“ kein Mythos. Die Scheidungsrate war gegen Ende des sechsten und im siebten Jahr demnach tatsächlich höchsten. „Rund 750 Paare ließen sich zu diesem Zeitpunkt wieder scheiden“, sagte Peter Kuchta vom Amt für Statistik.