Kongresszentrum

Senator Geisel: ICC-Sanierung kostet 90 Millionen mehr

Die Kostengrenze von 200 Millionen Euro ist laut der Senatsbauverwaltung nicht zu halten. Das habe eine Prüfung ergeben.

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Im jahrelangen Streit um die Sanierung des ICC kündigt sich neuer Ärger an. Nach vorläufiger Prüfung des Senators für Stadtentwicklung, Andreas Geisel (SPD) ist der Kostenplan von 200 Millionen Euro für die Sanierung des maroden Kongresszentrums nicht zu halten. Laut Wirtschaftsverwaltung muss Geisel dagegen zunächst darlegen, wie er zu diesem Ergebnis kommt und darüber den Senat informieren.

Der Senat hatte beschlossen, das ICC zu sanieren, allerdings für maximal 200 Millionen Euro. Baubeginn sollte 2018 sein. Insgesamt sollen 10.000 Quadratmeter von Schadstoffen befreit, Energie- und Elektroversorgung erneuert werden. Parallel dazu soll über die Nutzung der restlichen Gebäudeflächen nachgedacht werden. Für die Planung der Sanierung wollen die SPD-Senatoren 3,3 Millionen Euro in den aktuellen Doppelhaushalt einstellen.

Erste Prüfungen haben laut Geisel nun ergeben, dass weitere 8000 Quadratmeter an Nebenflächen instandgesetzt werden müssen, um die geplanten 10.000 sanieren zu können. Das erhöhe die Kosten um weitere 90 Millionen Euro. Aus Sicht der Wirtschaftsverwaltung ist es daher sinnvoller, das Haus komplett sanieren zu lassen, um weitere Kostensteigerungen zu vermeiden.

Über das ICC wird seit mehr als zehn Jahren gestritten. 1979 als modernes Kongresszentrum eröffnet, gilt dessen Technik inzwischen als veraltet und die Raumaufteilung als ineffizient. Nach 35 Jahren in Betrieb wurde das ICC im April 2014 geschlossen. Seitdem steht es leer.

Kongresse abgesagt

Die Senatspläne sehen vor, die beiden großen Säle I und II des ICC zu sanieren, um dort auf 10.000 Quadratmetern Kongresse veranstalten zu können. Die übrigen Gebäudeteile sollen vermarktet werden. Vorstellbar sei beispielsweise ein Hotel anstelle des Parkhauses, heißt es nach den Plänen der Wirtschaftsverwaltung. Der Zugang zu den neu hergerichteten Kongressräumen soll nicht über den bisherigen Haupteingang an der Neuen Kantstraße erfolgen, sondern über die Fußgängerbrücke zwischen ICC und Messegelände am Messedamm.