Bahnverkehr

Neue Zugverbindung von und nach Polen gestartet

Die Linie RB 91 zwischen Zielona Góra und Berlin hat ihren Betrieb aufgenommen. Ab Ende April wird es eine weitere Verbindung geben.

Die Hauptstadtregion und Polen wachsen weiter zusammen. Am Freitag nahm der RB 91 zwischen Zielona Góra (Grünberg) und Berlin den Betrieb auf.

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Die Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg und Polen wachsen durch eine zusätzliche Bahnverbindung auf der Schiene weiter zusammen. Am Freitag nahm die Linie RB 91 zwischen Zielona Góra (Grünberg) und Berlin-Lichtenberg ihren Betrieb auf. Innerhalb von zwei Wochen ist dies die zweite neue Zugverbindung zwischen dem westlichen Polen und Berlin-Brandenburg. Am 20. März 2016 ging die Linie Berlin-Gorzów-Krzyż (RB 26) ans Netz.

Bislang hätte das Umsteigen viele Polen und Bundesbürger vom Zugfahren abgehalten, sagte Brandenburgs Verkehrsministerin Kathrin Schneider am Freitag. „Mit den neuen Angeboten machen wir einen wichtigen Schritt für die Menschen in der Region“, so die SPD-Politikerin.

Vom 30. April 2016 an kommt auch noch die Verbindung in die diesjährige europäische Kulturhauptstadt Breslau hinzu. Mit dem sogenannten Kulturzug geht es ein halbes Jahr lang immer an den Wochenenden von Berlin nach Breslau und zurück. Die Länder Berlin und Brandenburg übernehmen die Kosten. Breslau beteiligt sich mit 30.000 Euro an der Finanzierung.

Ziel ist dauerhafte Verbindung zwischen Berlin und Breslau

Weitere Verbesserungen sind laut Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) bereits in Planung. „Künftig sollen täglich mindestens drei Fahrten auf der RB 26 zwischen Berlin und Gorzów angeboten werden“, versprach VBB-Geschäftsführerin Susanne Henckel. Allerdings passiere dies nicht sofort, denn die von der Niederbarnimer Eisenbahn (NEB) bestellten neuen Züge seien noch nicht fertig. Außerdem müssten diese von den zuständigen Behörden in Deutschland und Polen auch noch zugelassen werden, erklärte Schneider.

Generell bemühe sich Brandenburg schon seit längerer Zeit um bessere Zugverbindungen von und nach Polen. Dies sei aufgrund der unterschiedlichen Finanzierungssysteme äußerst schwierig. „Deswegen freue ich mich über jeden Schritt, den wir aufeinanderzumachen“, betonte die SPD-Politikerin. Deshalb sei die Verbindung Berlin-Breslau ein „Achtungszeichen“.

Langfristiges Ziel sei es, in naher Zukunft eine dauerhafte Verbindung zwischen Berlin und Breslau auf die Beine zu stellen, erklärte Schneider. Dazu müsste die Bahnstrecke Berlin-Forst aber ausgebaut und elektrifiziert werden. Die notwendigen Arbeiten hier gehörten aber genauso wenig wie die Strecke Berlin-Stettin zum „vordringlichen Bedarf“ des Bundesverkehrswegeplan-Entwurfes, kritisierte die grüne Bundestagsabgeordnete Annalena Baerbock. Brandenburg müsse sich kümmern, verlangte sie. Schneider signalisierte, dass das Land beim Bund Druck mache.