Prozess

21-Jähriger gesteht vor Gericht schwere Raubüberfälle

Der Syrer Khaled A. beteiligte sich an zwei schweren Überfällen. Ein Opfer wurde dabei mit einem Messer verletzt und musste notperiert werden

Eine 21-Jähriger hat vor einer Moabiter Strafkammer gestanden, zwei schwere Raubüberfälle in Berlin begangen zu haben. Der erste Überall ereignete sich am 12. Dezember vergangenen Jahres. Khaled Al. traf sich an dem Tag mit einem 26-jährigen Marokkaner namens Anan, der inzwischen von der Polizei gesucht wird. Gemeinsam verfolgten sie nach Mitternacht vom Alexanderplatz aus einen 74-Jährigen, der unterwegs nach Hause war. „Er trug einen Hut und zog hinter sich einen kleinen Rollkoffer“, sagte Khaled Al. vor Gericht. Im Hausflur überfielen sie den Senior und forderten sein Geld. Das Opfer hatte aber nur zehn Euro dabei, weitere Beute war ein 600 Euro teures Handy, das Khaled Al. später in einem Brandenburger Asylantenheim für 300 Euro an einen Zimmergenossen verkaufte.

Der zweite Überfall ereignete sich einen Tag später. Gegen 3.30 Uhr überfielen Khaled Al. und der Marokkaner Anan einen Taxifahrer. Nach Aussage von Khaled Al. hatte Anan den Taxifahrer vom Alexanderplatz aus in die Neuköllner Oderstraße beordert. Als der Taxifahrer von dem neben ihm sitzenden Anan das Fahrgeld kassieren wollte, sprang Khaled Al. aus dem Taxi, riss die Fahrertür auf und forderte unter Vorhalt eines Messers die Tageseinnahmen. Der Taxifahrer habe dann angeblich zu einer von den Tätern auf der Mittelkonsole abgelegten leeren Bierflasche greifen wollen, schilderte Khaled Al. die Situation vor Gericht. „Ich dachte, der will mich damit schlagen und habe zugestochen“, sagte er. Genau könne er sich an die Situation aber nicht mehr erinnern. Er habe zuvor Alkohol getrunken und Haschisch geraucht. „Es war alles wie in einem Traum“, so Khaled Al.

Der Taxifahrer erlitt schwere Stichverletzungen, musste im Krankenhaus notoperiert und zwei Tag in ein künstliches Koma versetzt werden. Khaled Al. kommt aus Syrien. Nachdem sein Asylantrag abgelehnt worden war, soll er abgeschoben worden sein. Anschließend soll er illegal wieder nach Deutschland eingereist sein. Anan lernte er, eigenen Bekundungen zufolge, in einem Asylantenheim kennen.