Schöneberg

Überfall auf Geldtransporter in der City West

Am Wittenbergplatz ist ein Geldtransporter überfallen worden. Die Täter machten offenbar keine Beute, ein Mensch wurde verletzt.

Unbekannte haben am Dienstagabend einen Geldtransporter am Wittenbergplatz überfallen

Unbekannte haben am Dienstagabend einen Geldtransporter am Wittenbergplatz überfallen

Foto: Thomas Schröder

Mehrere Unbekannte haben am Dienstagabend am Wittenbergplatz in Schöneberg einen Geldtransporter überfallen. Die Tat ereignete sich nach ersten Angaben gegen 19.20 Uhr auf der nördlichen Platzseite, gegenüber vom KaDeWe, direkt vor dem Kaiser's Supermarkt.

Wie die Pressestelle der Polizei vor Ort mitteilte, hatten die Mitarbeiter des Geldtransport-Unternehmens vor dem Supermarkt gehalten. Unklar ist, ob sie noch auf dem Weg in den Supermarkt waren, oder bereits von dort kamen. Der Fahrer blieb demnach im Wagen, sein 57 Jahre alter Kollege öffnete das Fahrzeug. In diesem Augenblick schlugen die Täter zu und versuchten, dem Mann den Geldkoffer zu entreißen, der jedoch mit Handschelle und Kette an dessen Hand befestigt war. Die Täter schlugen auch auf den Mann ein.

Als der Fahrer den Überfall bemerkte, gab er Gas, und fuhr rund 30 Meter weiter, sodass die Täter aus dem Fahrzeug geschleudert wurden. Sie ergriffen ohne Beute die Flucht. Der 57 Jahre alte Mitarbeiter erlitt durch die Schläge eine Kopfplatzwunde, die ambulant behandelt werden musste.

Die Polizei sperrte den Tatort weiträumig ab, die Kriminalpolizei ermittelt. Entgegen ersten Vermutungen fiel bei der Tat offenbar kein Schuss, die Täter verloren jedoch eine Patrone am Tatort.

Die Täter - noch ist unklar, ob es sich um zwei oder drei Männer handelte - flohen ersten Angaben zufolge in einer bereitstehenden dunklen Limousine.

Bereits mehrere Überfälle an Kudamm und Tauentzien

An Kurfürstendamm und Tauentzien haben Kriminelle in der Vergangenheit wiederholt mit Gewalt Beute gemacht. Einer der spektakulärsten Fälle war der Überfall auf einen Geldtransporter vor dem Berliner Apple Store. Im September 2014 hatten drei Maskierte an einem späten Sonnabendnachmittag mitten auf dem belebten Kurfürstendamm einen Geldboten mit ihren Schusswaffen bedroht. Anschließend hatten sie den Mann in seinen Transporter geschubst und waren mit dem Geldkoffer samt den Tageseinnahmen des Geschäftes davongerannnt. Der Fluchtwagen wartete mit laufendem Motor auf der anderen Straßenseite.

Nur wenige Wochen später, einen Tag vor Heiligabend 2014, hatten sich Räuber denselben Apple Store zum Ziel genommen: Sie waren mit einem Auto in den Laden gerast und hatten durch die so aufgebrochene Eingangstür zahlreiche Elektronikartikel entwendet. Auch in diesem Fall hatte ein Fluchtfahrzeug in der Nähe bereit gestanden.

Überfall auf die Juwelierabteilung des KaDeWe

Kaum weniger Aufsehen erregte ein Überfall auf die Juwelierabteilung im KaDeWe am Tauentzien. Fünf maskierte Männer waren dort am 21. Dezember 2014, ausgerechnet am besonders publikumsträchtigen Sonnabend vor Weihnachten, kurz nach Geschäftsöffnung mit einem Audi an der Ansbacher Straße auf den Bürgersteig gefahren und hatten vor dem Eingang gehalten.

Im Januar hatten dann Spezialeinsatzkommandos (SEK) der Berliner und der sächsischen Polizei sieben Tatverdächtige der „Blitzeinbruch-Bande“ bei einem Coup in Dresden gefasst.

Anfang September überfielen zwei Bewaffnete tagsüber einen Juwelierladen am Kudamm. Sie versprühten Reizgas im Verkaufsraum, bedrohten die drei Angestellten und eine Kundin und zerschlugen dann mehrere Vitrinen. Anschließend flüchteten sie zunächst zu Fuß und später möglicherweise auch per Fahrrad.

Überfälle auf Geldtransporter

Die Polizei registrierte in den vergangenen Jahren auch immer wieder Überfälle auf Geldtransporter. Im August vergangenen Jahres überfielen Räuber einen Geldboten vor Lutter & Wegner am Gendarmenmarkt in Mitte. Statt Geld erbeuteten sie aber nur größtenteils Kreditkartenbelege. Ein Mitarbeiter des Restaurants wurde verletzt.

Am 9. September 2014 schlugen Räuber in Kreuzberg vor einer Tankstelle zu. Sie sollen den Geldboten an einer Tankstelle an der Kreuzbergstraße abgepasst, ihm einen Fausthieb versetzt und dann den Rucksack geraubt haben. Ein Tatverdächtiger wurde drei Monate später in Lichtenberg gefasst.

Unter anderem wegen des hohen Berufsrisikos waren die Angestellten von Geldtransportfirmen im vergangenen Jahr in den Streik getreten, um sich für eine angemessene Bezahlung für ihre Tätigkeit einzusetzen.