Rechtspopulisten-Streit

AfD wirft Beatrix von Storch aus Programm-Kommission

Beatrix von Storch darf nicht mehr am Programm der AfD mitarbeiten

Beatrix von Storch darf nicht mehr am Programm der AfD mitarbeiten

Foto: Julian Stratenschulte / dpa

Die Berliner AfD-Vorsitzende gerät in der Partei in die Defensive. Nun darf Beatrix von Storch nicht mehr am Programm mitschreiben.

Beatrix von Storch darf vorerst nicht mehr am ersten Parteiprogramm der AfD mitschreiben. „Ihre Mitarbeit in der 20-köpfigen Programm-Kommission ist nicht mehr erwünscht“, sagte ein AfD-Spitzenfunktionär dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

Die 44-Jährige Europa-Parlamentarierin der AfD war in der Kommission bislang mit dem stellvertretenden Parteisprecher Albrecht Glaser federführend für das Programm verantwortlich. Die Entscheidung fiel nach RND-Informationen bereits am vergangenen Freitag auf einer Sitzung des Parteivorstands.

Die rechtspopulistische Partei will auf ihrem Bundesparteitag am 30. April in Stuttgart erstmals ein eigenes Parteiprogramm verabschieden. Vor ein paar Tagen war ein vorläufiger Entwurf öffentlich geworden. Wie es hieß, sei der Umstand, dass dieser Entwurf an die Öffentlichkeit gelangte, letztlich ausschlaggebend dafür gewesen, Beatrix von Storch aus der Programm-Kommission zu entfernen.

Zwist mit Frauke Petry

Zudem verschärft sich der Streit zwischen Beatrix von Storch und der Parteivorsitzenden Frauke Petry. In einem Interview mit der „Bild“-Zeitung greift von Storch Petry scharf an. Petry hatte im Januar in einem Interview mit dem „Mannheimer Morgen“ den Einsatz von Schusswaffen bei Grenzkontrollen gefordert, um illegale Grenzübertritte zu verhindern.

Kurz darauf verteidigte von Storch diese Aussagen auf Facebook. Auf die Frage „Wollt Ihr etwa Frauen mit Kindern an der grünen Wiese den Zutritt mit Waffengewalt verhindern?“ antwortete die Berliner AfD-Vorsitzende knapp mit „Ja“ - auch wenn sie dies später relativierte.

Knapp zwei Monate später sagte Petry nun in einem Interview mit der „Bunten“: „Was Beatrix gesagt hat, war katastrophal. Ich will keine Toten.“ Gegenüber der „Bild“-Zeitung sagte Beatrix von Storch: „Die Debatte um Schusswaffen hat Frauke Petry losgetreten. Das war der Kardinalfehler.“

( BM )