Public Viewing

Bundesregierung gibt grünes Licht für EM-Fanmeilen

In Berlin kann es im Sommer öffentliche Fußballübertragungen geben, die normalerweise an den Lärmschutz-Regeln scheitern würden.

Unvergessen sind die Bilder von der Fanmeile am Brandenburger Tor wie hier im Juni 2008

Unvergessen sind die Bilder von der Fanmeile am Brandenburger Tor wie hier im Juni 2008

Foto: Rainer Jensen / dpa

Die Bundesregierung hat den Weg für die öffentlichen Fanmeilen zur Fußball-Europameisterschaft in Frankreich vom 10. Juni bis zum 10. Juli 2016 freigemacht. „Das gemeinschaftliche Fußballgucken unter freiem Himmel ist bei Europa- und Weltmeisterschaften mittlerweile Tradition“, sagte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD). „Daher wird es auch in diesem Jahr eine eigene Verordnung für das sogenannte Public Viewing geben.“

Wenn der Bundesrat der Verordnung zustimmt, können Städte und Gemeinden während der EM öffentliche Fußballübertragungen genehmigen, die normalerweise an den Lärmschutz-Regeln scheitern würden. Gut jedes zweite EM-Spiel wird erst um 21 Uhr angepfiffen. Ab 22 Uhr - wenn gerade erst die zweite Halbzeit beginnt - ist jedoch allenfalls Lärm bis zu 55 Dezibel erlaubt. Weil diese Marke beim Public Viewing meist überschritten wird, gibt es seit der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 bei großen Turnieren regelmäßig eine Ausnahmeregelung, die nach dem Endspiel wieder außer Kraft tritt.

Gespräche zu Berliner Fanmeile

In Berlin gibt es seit Jahren an vielen Orten ein Public Viewing. Das Bekannteste ist die Fanmeile vor dem Brandenburger Tor. Durch die Regelung seien Ausnahmen beim Lärmschutz möglich, gleichzeitig werde ein Mindestlärmschutz für Anwohner sichergestellt, so die Ministerin. „Über die Genehmigung in jedem konkreten Fall müssen die Kommunen entscheiden.“

Die Veranstalter der Berliner Fanmeile wollten ab März Gespräche mit dem Senat, dem Bezirk Mitte und der Polizei zu einem neuen Sicherheitskonzept aufnehmen, hieß es im Februar. „Wir stecken mittendrin in den Planungen und beraten gerade mit Sponsoren und beteiligten Dienstleistungsagenturen“, hatte Fanmeilen-Veranstalter Willy Kausch gesagt.