Bauarbeiten

Baustellen bei der S-Bahn - beim Ersatzverkehr hapert es

Bei der Regional- und S-Bahn in Berlin und Brandenburg wird gebaut. Der Ersatzverkehr ist allerdings nur zum Teil eine gute Empfehlung.

Dass mit der rechtzeitigen Vorwarnung klappt bei der S-Bahn schon mal ganz gut. An jeder Station gibt es Lautsprecher-Durchsagen, dass der Zugverkehr auf der westlichen Ringbahn zwischen den Westend und Halensee bis zum 18. April eingestellt ist.

Der eingerichtete Ersatzverkehr mit Bussen ist für die meisten Fahrgäste allerdings keine gute Empfehlung. Die Busse sind vor allem im Berufsverkehr rasch überfüllt, und die Fahrzeit verlängert sich je nach Verkehrslage auf den Straßen um bis zu 20 Minuten. Komfortabler und oft auch schneller ist ein Umfahren der Baustelle mit der U-Bahn (U6, U7 oder U9) oder die Fahrt in entgegengesetzten Richtung über den östlichen S-Bahn-Ring.

>>> Überblick: Hier wird bei der S-Bahn jetzt gebaut <<<

Seit drei Jahren ist die Deutsche Bahn dabei, die Schienen und Weichen auf der viel befahrenen Ringbahn Stück für Stück zu erneuern. Die Gleise sind nach dem Mauerfall Mitte der 90er-Jahre größtenteils neu aufgebaut worden, nach gut 20 Jahren intensiver Nutzung sind sie aber verschlissen und müssen ausgetauscht werden.

Nachdem im Sommer vorigen Jahres zwischen Halensee und Bundesplatz sechs Wochen lang gebaut wurde, ist nun der Abschnitt zwischen Halensee und Westend dran. Rund 60.000 Fahrgäste sind auf diesem Teil der Ringbahn täglich unterwegs. Sie müssen sich nun vier Wochen lang andere Wege zur Arbeit oder für den Heimweg suchen.

Fahrgäste haben sich auf die Sperrung eingestellt

Der Test am Montagvormittag zeigt, dass sich die meisten von ihnen auf die Sperrung eingestellt haben. Nicht zuletzt wegen der aktuellen Osterferien sind die Züge auf der nördliche Ringbahn nicht so voll wie üblich. Viele Fahrgäste steigen bereits in Wedding oder Westhafen aus, um mit den U-Bahn-Linien U6 und U9 in die Innenstadt zu kommen.

In Jungfernheide bietet sich noch ein Wechsel in die U7 zur Weiterfahrt nach Charlottenburg oder Spandau an. Wer weiter bis zur zeitweiligen „Endstation“ Westend fährt, kann die Ersatzbusse eigentlich kaum verfehlen. Auf dem Bahnsteig weisen rote Fußabdrücke den Weg zur Ersatzhaltestelle.

Wer den falschen Ausgang nimmt, muss allerdings noch den stark befahrenen Spandauer Damm überqueren. Viele wählen dafür den gefährlichen Weg direkt über die Straße, statt ein paar Meter weiter den ampelregulierten Übergang zu wählen.

Ersatzbusse halten nicht am ZOB

Allerdings: Die Ersatzbusse nehmen keine Fahrräder mit, auch der Platz für Kinderwagen oder Koffer ist begrenzt. Ärgerlich vor allem für Reisende, die zum Zentralen Omnibusbahnhof ZOB am Funkturm wollen. Der Bus fährt an dem Haltepunkt für die Fernlinienbusse ohne Stopp vorbei und hält erst vor dem S-Bahnhof Messe Nord/ICC.

Macht eigentlich wenig Sinn, denn dort fahren wegen der Bauarbeiten derzeit keine Züge ab. Wer hier aussteigt, will nicht zur S-Bahn, sondern zum Messegelände – oder eben zum ZOB. Der Bus braucht allein für diese kurze Teilstrecke fast zehn Minuten, die S-Bahn schafft das normalerweise in zwei Minuten.

Bauarbeiten behindern auch den Zugverkehr auf der S3 und der S7

Gleichfalls wegen Bauarbeiten sind auf der S-Bahnlinie S7 bis Donnerstagabend zwischen Potsdam Hauptbahnhof und Griebnitzsee ebenfalls Busse im Einsatz. Die Züge der S7 fahren in dieser Zeit sowie nach Ostern bis Ende April nur noch zwischen Ahrensfelde und Griebnitzsee.

Bis zum Dienstagmorgen gibt es auf der S3 zwischen den Bahnhöfen Rahnsdorf und Köpenick Schienenersatzverkehr mit Bussen. Ebenso wie auf der S5 bis zum 29. April zwischen Fredersdorf und Hoppegarten (Märkisch-Oderland).

Beeinträchtigungen auch im Regionalbahnverkehr Neben umfangreichen Bauarbeiten bei der Berliner S-Bahn kommt es von Montag an auch zu Beeinträchtigungen im Regionalbahnverkehr in Brandenburg. Auf der RB60 fahren bis zum Mittwoch jeweils tagsüber zwischen Wriezen und Seelow (Märkisch-Oderland) Busse, wie die Niederbarnimer Eisenbahn mitteilte. Hier erneuert die Deutsche Bahn das Schienennetz. Gebaut wird auch zwischen Fürstenwalde (Spree) und Bad Saarow Klinikum (Oder-Spree). Auch dort fahren bis voraussichtlich August Busse.