Attentat

Drei Tage nach Autobombe - Trauerfeier für Opfer Mesut Ter

Drei Tage nach dem Autobombenanschlag in der City West sind Freunde und Familie des Opfers zu einer Trauerfeier zusammengekommen.

Trauerfeier auf einem Friedhof am Columbiadamm für Mesut T., der am Dienstag auf der Bismarckstraße einer Autobombe zum Opfer fiel

Trauerfeier auf einem Friedhof am Columbiadamm für Mesut T., der am Dienstag auf der Bismarckstraße einer Autobombe zum Opfer fiel

Foto: Thomas Schröder

Auf dem Friedhof Columbiadamm haben am Freitag Angehörige mit einer Trauerfeier Abschied von Mesut Ter genommen. Der 43-Jährige war am Dienstag bei einem Mordanschlag ums Leben gekommen. Unbekannte hatten einen Sprengsatz an seinem Auto angebracht. Der explodierte gegen acht Uhr auf der Bismarckstraße, als Mesut Ter mit seinem Wagen einen Parkplatz suchte.

Auf dem muslimischen Teil des Friedhofs Columbiadamm kamen am Freitag Angehörige und Freunde von Mesut Ter zusammen, um eine Trauerfeier nach muslimischem Ritus zu halten. Der Sarg war in grünen Samtstoff gehüllt, der mit Versen aus dem Koran in goldener Schrift verziert war. Ein Imam sprach Trauergebete. Nach Angaben der Schwester des Getöteten, soll die Leiche am heutigen Sonnabend nach Istanbul überführt werden.

Zum Fall selbst können die Ermittler keine Erfolge vermelden. Die Polizei hatte am Donnerstag einen Zeugenaufruf gestartet und ein Foto von Mesut Ter veröffentlicht. Sie erhofft sich Hinweise zum Umfeld des Getöteten. Nach Angaben einer Polizeisprecherin haben sich daraufhin auch Zeugen bei der Polizei gemeldet. Zu weiteren Details wollte sie sich aber nicht äußern.

Auch zur Art des Sprengstoffs, der unter dem silberfarbenen Passat angebracht war, liegen nach Angaben der Staatsanwaltschaft keine Hinweise vor.

Ter 2008 wegen Kokainhandels zu Haftstrafe verurteilt

Mesut Ter, der 2008 von einem polnische Gericht wegen Kokainhandles zu sechs Jahren Haft verurteilt worden war, hatte das Fahrzeug in der Nacht zu Dienstag an der Beusselstraße 52 in Moabit auf dem Gehweg abgestellt.

In dieser Zeit hielt Mesut Ter sich in einem nahe gelegenen Café auf. Als er am Dienstagmorgen während zu seiner Wohnung an der Bismarckstraße fuhr, explodierte der Sprengsatz und tötete ihn.

Möglicherweise wurde die Bombe von einem Beobachter in der Nähe durch ein Funksignal gezündet. Die Ermittler prüfen aber auch die Variante eines Sprengsatzes mit Zeitzünder. Beide Varianten lassen aber nur den Schluss zu, dass der oder die Täter ihr Opfer genau beobachtet habe.

Der 43-Jährige war wegen Drogen- und Falschgelddelikten sowie illegalen Glücksspiels bei der Polizei bekannt. Die Ermittler gehen deshalb davon aus, dass das Verbrechen mit Auseinandersetzungen im Bereich der organisierten Kriminalität zu tun hat.

Mittlerweile wurden erste Zeugen zu dem Attentat vernommen.