Justiz

Forderung: Einbruchsopfer sollen besser betreut werden

Roland Weber kritisiert, dass Einbruchsopfer nicht erfasst werden. Es gebe auch sonst eine Kluft zwischen gesetzlichen Möglichkeiten und Praxis

Berlins Opferbeauftragter Roland Weber hat kritisiert, dass die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) viele Opfer nicht erfasst. „Der Gesetzgeber hat auch die Rechte von Opfern gestärkt, die nicht in die Gruppe der PKS-Delikte fallen“, sagte Weber am Mittwoch bei der Präsentation seines Jahresberichtes.

So sei es unstrittig, dass auch Opfer von Einbruchsdiebstählen häufig unter den Folgen leiden. „Einer Analyse des Landeskriminalamts zufolge suchen sich 25 Prozent der Betroffenen nach dem Einbruch eine neue Wohnung, weil sie sich in der alten Wohnung nicht mehr sicher fühlen“, sagte der Fachanwalt für Strafrecht. Um Hilfsangebote für diese Berliner zu entwickeln, müsste ihre genaue Zahl bekannt sein. Opfer von Einbruchdiebstählen mit schweren Tatfolgen könnten bereits als Nebenkläger vor Gericht ziehen, sagte Weber. Für 2015 seien in der Berliner Kriminalstatistik 11.815 Einbrüche in Wohnräume erfasst.

Auch an anderen Stellen gebe es große Differenzen zwischen den gesetzlichen Rechten und Möglichkeiten des Opferschutzes und der Praxis, sagte Weber. So habe „der Gesetzgeber schon vor Jahren die Möglichkeit von Bild-Ton-Aufzeichnungen bei Vernehmungen von Opfern verstärkt“. Dennoch würde diese Möglichkeit bei der Polizei nur wenig genutzt. Als Gründe würden „der hohe zeitliche Aufwand für die Erstellung der Protokolle, personelle Engpässe und fehlende Technik“ genannt.

Weber wurde im Oktober 2012 von Justizsenator Thomas Heilmann (CDU) zum Opferbeauftragten ernannt. Diese ehrenamtliche Funktion gibt es nur in Berlin. Ziel ist es, den Opferschutz zu stärken und den Belangen der Opfer politisch mehr Gewicht zu verleihen.