Behandlungsfehler

2015 gab es 86 Fälle von Ärzte-Pfusch in Berlin

Insgesamt wurden Ärzten in Berlin Jahr 498 Mal Behandlungsfehler vorgeworfen. Damit ging die Zahl gegenüber 2014 leicht zurück.

Die häufigsten Diagnosen, die 2015 in Berlin zur Anrufung der Schlichtungsstelle führten, waren Arthrosen, Zehen-/Fingerdeformitäten, Knieschäden und Knochenbrüche

Die häufigsten Diagnosen, die 2015 in Berlin zur Anrufung der Schlichtungsstelle führten, waren Arthrosen, Zehen-/Fingerdeformitäten, Knieschäden und Knochenbrüche

Foto: Maurizio Gambarini / dpa

In 86 Fällen haben Schlichter der Ärztekammern im vergangenen Jahr den Vorwurf eines Behandlungsfehlers anerkannt. In 209 Fällen bei Berliner Patienten fand sich dafür kein Nachweis, wie aus einer am Mittwoch veröffentlichten Statistik der Berliner Ärztekammer hervorgeht. Insgesamt wurden Ärzten in Berlin im vergangenen Jahr 498 Mal Behandlungsfehler vorgeworfen. Damit ging die Zahl gegenüber 2014 leicht zurück.

Die häufigsten Diagnosen, die 2015 in Berlin zur Anrufung der Schlichtungsstelle führten, waren Arthrosen, Zehen-/Fingerdeformitäten, Knieschäden und Knochenbrüche. Die am häufigsten beteiligten Fachgebiete waren die Unfallchirurgie/Orthopädie (34,1 Prozent), die hausärztliche Tätigkeit (12,9), die Frauenheilkunde (10,6), die Augenheilkunde, die Radiologie und Kinder-/Jugendmedizin mit jeweils unter zehn Prozent.

Vorwürfe auf Behandlungsfehler, die in die Zuständigkeit der Ärztekammer Berlin fallen, können über ein für die Patienten kostenfreies außergerichtliches Schlichtungsverfahren geklärt werden. Durchgeführt wird es von der gemeinsamen Schlichtungsstelle für Arzthaftpflichtfragen der norddeutschen Ärztekammern in Hannover. Voraussetzung für die Durchführung eines Schlichtungsverfahrens ist die Zustimmung des betroffenen Patienten, des Haftpflichtversicherers und des betroffenen Arztes oder des Krankenhausträgers.

In weiteren 239 Fällen kam es gar nicht erst zum Verfahren: Zum Beispiel wurden Anträge zurückgenommen. Ein Grund kann aber auch sein, dass der Arzt oder seine Versicherung die Zustimmung zur Schlichtung verweigern. Patienten bliebe dann der Gerichtsweg.

Laut Ärztekammer ist das außergerichtliche Verfahren für Patienten kostenlos, auf eine Entscheidung müssten sie in der Regel weniger als ein Jahr warten. Entscheiden die Gutachter zugunsten des Patienten, laufe dies meist auf einen Vergleich hinaus.