Schädlingsbekämpfung

Mehrere Berliner Spielplätze haben ein Ratten-Problem

Drei Spielplätze wurden in den vergangenen Tagen geschlossen. Auf Hinweisschildern warnt der Bezirk vor dem Einsatz von Rattengift.

Der Spielplatz an der Drontheimer Straße in Gesundbrunnen ist wegen Ratten geschlossen

Der Spielplatz an der Drontheimer Straße in Gesundbrunnen ist wegen Ratten geschlossen

Foto: Steffen Pletl

Die Ortsteile Gesundbrunnen und Wedding im Berliner Bezirk Mitte haben ein Ratten-Problem. Drei Spielplätze wurden in den vergangenen Tagen geschlossen. Auf Hinweisschildern warnt der Bezirk vor dem Einsatz von Rattengift.

Weiter heißt es auf den Schildern: "Dieser Spielplatz muss vorübergehend für eine Schädlingsbekämpfungmaßnahme im Auftrag des Gesundheitsamtes gesperrt werden."

Bis zum 11. April soll nun der Spielplatz an der Drontheimer Straße in Gesundbrunnen gesperrt bleiben. Außerdem betroffen von der Schädlingsbekämpfung sind die nahe gelegenen Spielplätze am Brunnenplatz und am Leopoldplatz in Wedding. Mit der Rattenbekämpfung sei eine Fachfirma beauftragt worden, so Mittes Baustadtrat Carsten Spallek (CDU).

Auch Neukölln kämpft gegen Ratten

Während es so scheint, dass Kinder mit ihrer Eltern den Platz meiden, können offenbar einige Jugendliche die Schilder nicht lesen oder verstehen die Abbildung einer Ratte auf einem Blatt Papier nicht. Ausgestattet mit Radio und einer Flasche Bier genossen sie am Mittwoch die Ruhe.

Zuletzt hatte es auch in Neukölln Probleme mit Ratten gegeben. Am Rudower Dorfteich hätten die Nagetiere das Absacken eines Gehwegs verursacht, sagte der CDU-Verordnete Olaf Schenk. Er forderte das Bezirksamt auf, die Rattenplage zu beseitigen. Ein entsprechender Antrag wird am 17. März im Grünflächenausschuss diskutiert.

Ratten übertragen Krankheitserreger

Ratten können verschiedene Krankheitserreger übertragen. Nach Angaben des Landesamtes für Gesundheit und Soziales Berlin (Lageso) zählen dazu unter anderem Salmonellen, die Durchfallerkrankungen auslösen können. Auch an der Ausbreitung von Tierseuchen (Schweinepest, Maul- und Klauenseuche) sind Ratten demnach häufig als Überträger beteiligt.

Nach einer 2011 in Kraft getretenen Verordnung sind Eigentümer von Immobilien verpflichtet, bei Rattenbefall Schädlingsbekämpfer zu beauftragen. Laut Statistik des Lageso wurden 2014 etwa 7500 Einsätze gezählt und damit mehr als in den Jahren zuvor. Wie viele Ratten durch die Einsätze getötet worden sind, lasse sich nicht sagen, da sich vergiftete Tiere zum Sterben zurückzögen.

Aus Sicht des Tierschutzbunds gibt es keine Tötungsmethoden, die uneingeschränkt zu befürworten seien. „Daher muss der Fokus immer auf Prävention gelegt werden“, sagt Lea Schmitz. So könne etwa das Nahrungsangebot reduziert oder die Nistmöglichkeiten eingeschränkt werden. Essen finden Berliner Ratten bislang reichlich - sei es in offenen Mülltonnen oder achtlos weggeworfenem Döner.