Polizeieinsatz in Frohnau

Party außer Kontrolle: Jetzt sprechen die Veranstalter

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Steffen Pletl
Eine zerbrochene Bierflasche zeugt noch von der Party, die 60 Polizisten beenden mussten

Eine zerbrochene Bierflasche zeugt noch von der Party, die 60 Polizisten beenden mussten

Foto: BM

Per WhatsApp luden zwei Jugendliche zur Geburtstagsparty. 250 Leute kamen. Gespräch über eine Party, die völlig aus dem Ruder lief.

Am Sonnabendmorgen am S-Bahnhof Frohnau. Anwohner stehen in kleinen Gruppen zusammen. Doch statt wie üblich über die Kinder oder auch die bevorstehende Gartenarbeit zu reden, ist der nächtliche Polizeieinsatz in aller Munde. Denn schließlich ist unüberhörbar über den Dächern der Ein- und Zweifamilienhäuser unweit des Bahnhofes an der Wahnfriedstraße minutenlang ein Polizeihubschrauber gekreist. Er hat den Einsatz von 60 Beamten, die dort eine Geburtstagsparty beenden mussten, begleitet.

„70 Namen standen auf unserer Liste“, sagt Vincent. Er und sein Freund hatten zur Party via WhatsApp, einem Internet Messenger-Dienst, eingeladen. Die Feier fand dann auch wie geplant am Freitagabend in einem zweigeschossigen Wohnhaus statt, das sein Vater vor einigen Monaten gekauft hatte und derzeit noch leer steht. Bereits im Vorfeld dieser Party, die zwei Freunde und Schulkameraden anlässlich ihres 18. Geburtstages gegeben haben, informierten sie mit einem Brief die Anwohner. „Es kann laut werden, aber wir versuchen alles, um es so ruhig als möglich zu halten, trotzdem bitten wir um ihr Verständnis“, heißt es darin. Zudem haben sie auch ihre Telefonnummer mit dem Hinweis bekannt gegeben, bei Fragen eine SMS zu schreiben oder auch persönlich Rücksprache zu nehmen.

Ungebetene Gäste aus dem Märkischen Viertel

Doch gegen 21.30 Uhr ist den beiden Jugendlichen die Situation zu heikel geworden. Denn vor dem Haus standen weitaus mehr Leute. Etwa 150 Menschen drängten auf das Grundstück und wollten zur Party. Darunter auch viele, nach Polizeiangaben bekannte Jugendliche aus dem Märkischen Viertel. Sie standen mit einer Flasche Bier oder auch Schnaps auf der Straße und wurden zusehends ungeduldig.

Die Situation drohte offenbar, außer Kontrolle zu geraten. „Einige von ihnen wollten uns die Einlasskontrolle untersagen und das Zepter selbst in die Hand nehmen“, sagt Viktor. Zudem wurde von ihnen eine Fensterscheibe eingeworfen und Zaunlatten aus der Verankerung gerissen. Daraufhin haben die Gastgeber die Polizei alarmiert. Da zirka 70 der Partygäste nicht sofort den Anweisungen der Beamten Folge leisteten, wurden Platzverweise ausgesprochen. Aufgrund der immer wieder auftretenden Ansammlungen jugendlicher Gruppen waren gut 60 Beamte notwendig, um die Abfahrt der Partygäste mit der S-Bahn zu gewährleisten.

„Wir haben früher auch gefeiert. Und die zwei Jungen haben uns rechtzeitig informiert. Das macht nicht jeder, der hier feiert. Mindestens zwei Mal im Jahr muss man auch hier in Frohnau den Lärm einer Gartenparty aushalten“, sagt die 79 Jahre alte Nachbarin Monika Mirecki. Und Freitagabend sei doch alles schnell vorbei gewesen.

Während sich die Polizei um die Partygäste kümmerte, blieb für die beiden 18-Jährigen noch viel zu tun. „Wir haben noch in der Nacht das Gröbste an Scherben und Flaschen von der Straße gekehrt“, sagt Vincent. Am Morgen hat dann nach Angaben von Anwohnern die BSR die Scherbenberge entsorgt.