Potsdam

Das Bahnwerk in Eberswalde scheint gerettet

Das Bahnwerk Eberswalde scheint gerettet: Ein potenzieller Investor will die meisten Arbeitsplätze übernehmen, so die Bahn AG.

Potsdam.  Für das bedrohte Bahnwerk in Eberswalde hat sich ein potenzieller Investor gefunden. Die Deutsche Bahn und die Münchner Quantum Kapital AG haben einen Fahrplan für die mögliche Übernahme zum 1. Januar 2017 unterzeichnet. Dies teilte die Bahn am Donnerstag mit.

Im Herbst 2014 hatte das Unternehmen angekündigt, ihr Instandhaltungswerk in Eberswalde Ende 2016 schließen zu wollen. Landesregierung, Landkreis und Stadt ebenso wie der Betriebsrat des Werkes bemühen sich seither intensiv, gemeinsam mit der Bahn eine Zukunftsperspektive für den Industriestandort im Zentrum von Eberwalde zu entwickeln.

Bahnchef Rüdiger Grube erklärte nun am Donnerstag, er sei optimistisch, dass nach langen und intensiven Gesprächen ein guter Lösungsweg gefunden worden sei. Ein symbolischer Kaufpreis von einem Euro sei vereinbart worden.

Die meisten Mitarbeiter sollen übernommen werden

Von den derzeit 325 Mitarbeitern am Standort sollen 210 im Rahmen eines Betriebsübergangs an Quantum gehen. Bereits Anfang 2014 hatte Quantum von der Bahn den Waggonbau in Niesky (Sachsen-Anhalt) erworben.

Brandenburgs Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD) zeigte sich erleichtert: „Das ist ein wesentlicher Schritt hin zu einem erfolgreichen Verkauf und zur Rettung des Bahnstandortes Eberswalde.“ Mit der nun zwischen der Bahn und dem Kaufinteressenten unterzeichneten Absichtserklärung bestehe die berechtigte Hoffnung, den Bahnstandort Eberswalde entgegen den ursprünglichen Absichten der DB AG erhalten zu können.

Landesregierung hat bereits einen potenziellen Investor präsentiert

„Mir ist wichtig, dass viele Bahnwerker damit weiter in ihrer Heimat arbeiten und leben können“, sagte Gerber. Er sei zuversichtlich, dass der Vertrag zwischen Deutscher Bahn und Investor über den Verkauf des Werks in Eberswalde in den nächsten Wochen geschlossen werden kann. „Letztendlich ist die Kuh aber erst dann vollständig vom Eis, wenn der Vertrag unterzeichnet ist“, so der Minister.

Die Landesregierung hatte vor Wochen selbst einen potenziellen Investor präsentiert: die Deutsche Eisenbahn Service AG (Desag) aus der Prignitz. Sie kam nicht zum Zug.