Berlin

Nur noch Rasen am Viktoria-Luise-Platz

Freundeskreis startet Unterschriftenaktion für neue Blumen

Die Chancen stehen schlecht, dass auf den traurig braunen Rändern des Viktoria-Luise-Platzes in Schöneberg in diesem Frühling auch nur ein Stiefmütterchen sein Köpfchen hebt. Der Bezirk hat kein Geld dafür, und vonseiten des Senats sieht man sich auch außerstande, dem denkmalgeschützten Platz zu seinem Schmuck zu verhelfen.

Die Antwort auf eine Anfrage der Berliner Morgenpost fällt eindeutig aus: "Für die Unterhaltung landeseigener Denkmale, wie Bau-, Boden- und Gartendenkmale, ist jeweils die Fachverwaltung zuständig, in diesem Fall das Bezirksamt", sagt Petra Rohland, Pressesprecherin der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, der auch das Landesdenkmalamt untersteht Das Landesdenkmalamt habe zwar Mittel für Zuschüsse zur Erhaltung von Denkmalen, aber nur für private Denkmaleigentümer für den Fall, dass die gesetzliche Erhaltungspflicht wirtschaftlich nicht zumutbar sei und die öffentliche Hand beziehungsweise das Landesdenkmalamt sich durch einen Zuschuss an den Kosten beteiligen müsse. Leider sei dieser Fall hier nicht gegeben,

Der Bezirk will nicht aufgeben und ist auf der Suche nach einer Lösung. "Wir hoffen noch", sagt Angelika Schöttler (SPD), Bezirksbürgermeisterin von Tempelhof-Schöneberg. Doch der Bezirkshaushalt sei "so, wie er ist". Mittel für den Platz seien in dieser Saison nicht mehr herauszuholen. Doch "es ist viel Wille da", versichert Schöttler. Die Bezirksverwaltung sei derzeit auf der Suche nach Sponsoren und versuche, Spenden zu sammeln, damit zumindest eine Sommerbepflanzung für den Viktoria-Luise-Platz ermöglicht werden kann. "Wir würden uns freuen, wenn sich örtliche Gewerbetreibende finden würden, die mithelfen", sagt die Bezirksbürgermeisterin. Wer spenden möchte, kann sich unter Tel. 90277-2300 an das Büro der Bezirksbürgermeisterin wenden.

Initiative kämpft für einen der schönsten Plätze Berlins

Für Henning Niederhoff, den Sprecher des Freundeskreises Viktoria-Luise-Platz, ist "das alles nur Strohfeuer", das vor der Wahl angefacht werde, um die Wähler bei Laune zu halten. "Die Bürger und Anlieger des Platzes können die Bepflanzung nicht dauerhaft finanzieren, wie es dem Gartendenkmal gebührt", sagt er. Für ihn sei immer noch die Frage ungeklärt, warum der Bezirk nicht wie jeder private Besitzer eines Denkmals in die Pflicht genommen wird, den Status des Gebäudes oder der Anlage zu erhalten.

Der Freundeskreis hat deshalb nun eine Unterschriftenaktion gestartet, um gegen "den Akt der Barbarei" zu protestieren. In dem Anschreiben heißt es, dass daran gedacht werde, die Beete einzuebnen und die Rasenflächen zu erweitern. Dagegen werde die Protestaktion gestartet. Immerhin sei er seit seiner Wiederherstellung vor 35 Jahren einer der schönsten Plätze Berlins.

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