Sportpolitik

Land fördert Sportvereine in Brandenburg mit 15 Millionen

Mit dem Geld sollen vor allem die Anlagen berlinnaher Klubs ausgebaut oder saniert werden.

Brandenburgs Finanzminister Christian Görke (Linke) gibt 15 Millionen Euro für Baumaßnahmen an vereinseigenen oder gepachteten Sportanlagen im berlinnahen Raum oder in Brandenburger Städten

Brandenburgs Finanzminister Christian Görke (Linke) gibt 15 Millionen Euro für Baumaßnahmen an vereinseigenen oder gepachteten Sportanlagen im berlinnahen Raum oder in Brandenburger Städten

Foto: Ralf Hirschberger / dpa

Potsdam.  Der Zuzug gerade junger Familien mit Nachwuchs in die berlinnahen Gemeinden hat zu einem Ansturm auf die dort ansässigen Sportvereine geführt. Hallensport, Fußball und Leichtathletik erleben laut Brandenburger Landessportbund (LSB) einen Boom. Doch die Vereine sind an ihre Grenzen gekommen. Es fehlt an Hallen, Ausstattung und Trainern. Hunderte Namen Sportwilliger füllen seit Jahren die Wartelisten. Allein der RSV Eintracht 1949 in Stahnsdorf, mit knapp 3200 Mitgliedern der viertgrößte Sportverein in der Mark, zählte im vorigen Jahr knapp 800 Interessenten. Wartezeiten bis zu zweieinhalb Jahren sind bei Vereinen mittlerweile normal. Und das, obwohl die Bedingungen nicht überall ideal sind.

Beispiel RSV Eintracht: Aus Mangel an einer weiteren Halle müssen die Mitglieder in mehreren Sportstätten an drei Orten trainieren, sogar ein Fitnessstudio wurde angemietet. Ebenfalls kein Einzelfall mehr: Vereine stoppen wegen fehlender Anlagen gleich ganz die Aufnahme von Neumitgliedern. Ein Dilemma, das Sportminister Günter Baaske (SPD) kennt. „Spielzeiten in Potsdam sind wie Goldstaub“, weiß er aus eigener Erfahrung.

Förderprogramm läuft bis zum Jahr 2019

Abhilfe soll nun ein vom Land Brandenburg aufgelegtes neues Förderprogramm schaffen: 15 Millionen Euro werden ab sofort bis Ende 2019 an Sportvereine ausgeschüttet, etwa 3,75 Millionen Euro jährlich. Die Förderung ist Teil des 130 Millionen Euro umfassenden Kommunalen Investitionsprogramms (KIP), bei dem neben Sport und Freizeit auch Geld in Bildung, Verkehrs- und Feuerwehrinfrastruktur fließt.

„Die 15 Millionen Euro sollen gezielt für Baumaßnahmen an vereinseigenen oder gepachteten Sportanlagen im berlinnahen Raum oder in Brandenburger Städten eingesetzt werden“, erläutert Finanzminister Christian Görke (Linke). Die konnten bislang von Fördermitteln nur bedingt profitieren. Grund: Der sogenannte „Goldene Plan Brandenburg“, bei dem zwischen 2014 und 2020 jährlich Fördermittel von zwei Millionen Euro in Sportanlagen investiert werden, bezieht sich ausschließlich auf Vorhaben im ländlichen Raum. Städte wie Cottbus, Lauchhammer, Senftenberg, Eberswalde, Perleberg, Finsterwalde Luckenwalde, Frankfurt/Oder oder das Berliner Umland gehen danach leer aus.

Die meisten Mitglieder von Sportvereinen wohnen im Speckgürtel

Das ist deshalb misslich, weil genau in diesen Regionen die Mehrzahl der Mitglieder des Brandenburger Landessportbundes aktiv sind. „Von unseren derzeit 332.000 Mitgliedern sind 200.000 in den Städten und dem Berliner Speckgürtel“, bestätigt LSB-Hauptgeschäftsführer Andreas Gerlach. Die können nun Fördermittelanträge schreiben. In welches Projekt in welcher Höhe investiert wird, soll auf LSB-Ebene entschieden werden. Geld könnte in den Bau von Steganlagen oder Kunstrasenplätzen, in Sanitäranlagen oder die Sanierung von Vereinshäusern fließen.

Die Mittel sollen als Zuschüsse gewährt werden. 75 Prozent trägt das Land, 25 Prozent müssen die Vereine als Eigenmittel aufbringen. Die Eigenmittelregelung könnte allerdings kleineren Vereinen, die sich nur auf ihre Mitgliedsbeiträge stützen, Probleme bereiten. Landessportbund-Präsident Wolfgang Neubert rät deshalb betroffenen Vereinen, die Kommunen in die Pflicht zu nehmen. „Immerhin bedeuten solche Investitionen einen großen Mehrwert für die entsprechenden Gemeinden“, begründet er.