Statistik

Tausende Berliner Polizisten wurden 2015 im Dienst verletzt

Immer mehr Beamte werden im Dienst verletzt. 2015 waren es fast 2660. Die Gewerkschaft der Polizei fordert einen besseren Schutz.

Polizisten bei einem Großeinsatz an der Rigaer Straße in Friedrichshain im Januar 2016

Polizisten bei einem Großeinsatz an der Rigaer Straße in Friedrichshain im Januar 2016

Foto: schroeder

2658 Polizeibeamte sind 2015 während ihres Dienstes verletzt worden. Dazu kamen 227 verletzte Tarifbeschäftigte der Polizei und 434 Feuerwehrbeamte.

Das geht aus der Antwort der Innenverwaltung auf eine Parlamentarische Anfrage der CDU-Fraktion hervor. Zudem wurden 203 Polizeiwagen bei Demonstrationen und sonstigen Polizeieinsätzen angegriffen, von denen 197 vorsätzlich beschädigt wurden.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) schlug Alarm: Seit Jahren steige die Gewalt gegenüber Polizisten.

Gewerkschaft der Polizei: "Das muss ein Ende haben"

Fast jeder sechste Polizist wird demnach attackiert und verletzt - mehr als sieben jeden Tag. Die Gewerkschaft forderte erneut, solche Angriffe mit einem neuen Paragrafen 115 im Strafgesetzbuch zu einem Straftatbestand zu deklarieren. „Das muss ein Ende haben“, betonte die GdP-Landesvorsitzende Kerstin Philipp. Bisher würden viele kleinere Angriffe und Verletzungen als Bagatelldelikte gewertet.

Nach Angaben der GdP wurden Polizisten im vergangenen Jahr 7060 Mal angegriffen. Diese Attacken häuften sich besonders im Bereich der Direktion 5 in Friedrichshain-Kreuzberg.

Dort sei auch bei einer Demonstration Anfang Februar chemisch bearbeitetes Konfetti auf Polizisten geworfen worden, das sich durch die Schutzkleidung geätzt habe. Philipp forderte deshalb auch bessere Ausrüstung für Beamte.

Verletzte Beamte verursachen Kosten in Höhe von 2,5 Millionen Euro

Diese Investitionen fielen nicht annähernd so hoch aus wie die Schadenssumme durch verletzte Kollegen. Laut Innenverwaltung entstanden der Polizeibehörde durch „Dienstunfallfürsorgeleistungen“ wie Heilverfahren und Unfallentschädigungen 2015 insgesamt mehr als 2,5 Millionen Euro an Kosten.

Summiere man die Aufwendungen für Feuerwehrleute und Tarifangestellte der Polizei dazu, komme man auf fast 3 Millionen Euro.

>>Anm. d. Red. vom 3. März: Linke warfen kein gefährliches Konfetti: Kriminaltechnische Untersuchungen „ergaben keine Anhaltspunkte für eine gesundheitsgefährdende Substanz“, wie ein Polizeisprecher mitteilte.<<