Einsätze gegen Raser

Berliner Polizei machtlos gegen die meisten illegalen Rennen

Immer wieder kommt es in Berlin zu illegalen Rennen. Die Polizei steht den Rasern weitgehend hilflos gegenüber, wie sie einräumte.

Trotz zahlreicher Kontrollen gegen illegale Autorennen kann die Berliner Polizei die gefährliche Raserei kaum eindämmen und nicht verhindern. Zwar stoppte sie besonders in den vier Wochen nach dem tödlichen Autorennen am Kadewe zahlreiche Autofahrer oder zog sie aus dem Verkehr.

In einer allgemeinen Stellungnahme zu einer Anfrage der Grünen räumte die Polizei jedoch ein: „Sowohl die üblicherweise konspirativ sehr kurzfristig veranstalteten Rennen als auch die spontan im zufälligen Begegnungsverkehr verabredeten „adhoc"-Rennen können überwiegend nur im Ausnahmefall registriert und beweiskräftig dokumentiert werden.“

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Laut Polizei wurden im vergangenen Jahr 41 entsprechende Delikte von Teilnehmern verbotener Rennen festgestellt und angezeigt. Die Polizeiwachen in Gebieten, wo es häufiger Rennen gebe, seien besonders aufmerksam und arbeiteten bei Streifenfahrten auch mit Videokameras und „Nachfahrmesstechnik“. Außerdem gebe es Geschwindigkeitskontrollen mit Radar- und Lasertechnik auf bekannten Strecken.

Trotzdem stünden „kaum einsatztaktisch geeignete Maßnahmenalternativen zur Verfügung, um illegale Autorennen im Rahmen der polizeilichen Verkehrsüberwachung erfolgreich und gezielt zu verhindern oder zu verfolgen“, räumt die Polizei in der nachgereichten Antwort auf die Frage im Innenausschuss vor rund zwei Wochen ein.

Forderungen nach neuen Blitzgeräten gegen diese Form der Raserei lehnte die Polizei aber ab. „Potenzielle Raser würden die bekannten Standorte bei ihrer Streckenwahl berücksichtigen und auf andere ausweichen.“

Auf dem Kurfürstendamm registrierte die Polizei in den vergangenen beiden Jahren jeweils zehn verbotene Autorennen. Die Teilnahme wird mit mindestens 400 Euro Bußgeld, zwei Punkten und einem Monat Fahrverbot bestraft.

Am 1. Februar starb bei einem illegalen Autorennen nahe dem Kudamm ein unbeteiligter Autofahrer. Gegen den mutmaßlichen Todesfahrer wurde am Dienstag Haftbefehl wegen Totschlags erlassen.

Auch im Kampf gegen die lautstarke Angeberei mit hochgerüsteten und getunten Sportwagen ist die Polizei fast machtlos. Diese sogenannten Profilierungsfahrten, bei denen mit aufheulenden Motoren und lauter Musik über belebte Straßen mit vielen Passanten gefahren wird, ließen sich „kaum erfolgreich verhindern“, hieß es in der Stellungnahme.

Die Polizei habe im vergangenen Sommer aber mehr als 20 teure Sportwagen beschlagnahmt. Die meisten Autos waren verbotenerweise umgebaut und getunt worden.