Besuch in Los Angeles

Michael Müllers Dienstreise in die Glitzerwelt von L.A.

Müller macht in Los Angeles Werbung für Berlin. Seine Tochter fliegt mit, darf aber nicht zum Public Viewing der Oscarverleihung.

Berlins Regierender Michael Müller ist in in der Partnerstadt Los Angeles unterwegs

Berlins Regierender Michael Müller ist in in der Partnerstadt Los Angeles unterwegs

Foto: dpa

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) ist seit Freitag auf Dienstreise. In Los Angeles. Das ist eine Partnerstadt von Berlin. Und die Stadt, in der an diesem Wochenende die Oscars verliehen werden. Wandelt da einer auf den Spuren seines Vorgängers Klaus Wowereit? Wird der gelernte Drucker, der Bodenständige, der sich den Berlinern als „ehrlicher Arbeiter“ präsentiert, zum „crazy mayor“? Mal sehen.

Klar ist: Die Glitzerwelt ist Müllers Sache eigentlich nicht. Er ist in den Straßen von Tempelhof zu Hause. Am Fuße der Hollywood Hills könnte er sich unwohl fühlen. Immerhin: Müller ist nicht allein. Journalisten begleiten ihn zwar nicht. Dafür aber Björn Böhning, der Chef seiner Senatskanzlei. Und: seine Tochter.

Besuch in einem Raumforschungslabor

„Sie ist mitgeflogen und zahlt selbst“, bestätigt der stellvertretende Regierungssprecher Bernhard Schodrowski. Die Tochter des Regierungschefs werde allerdings nicht an offiziellen Terminen teilnehmen. Müller wird also auf sich allein gestellt sein – etwa wenn er mit dem Vizepräsidenten der Anschutz Entertainment Group über die Entwicklung des Quartiers rund um die von Anschutz betriebene Mercedes-Benz-Arena am Ostbahnhof spricht; wenn er einen Baum im „Berlin Forest“ pflanzt; wenn er das Jet Propulsion Laboratory besichtigt, in dem Raumsondenprojekte für die Nasa entwickelt werden; wenn er im Getty Research Institute den Direktor und früheren FU-Professor Thomas W. Gaeth­gens trifft; wenn er mit Gründern der IT-Branche spricht.

Werbung für den Wirtschaftsstandort Berlin machen, mit dem Bürgermeister von Los Angeles, Eric Garcetti, über die Partnerschaft der Städte sprechen – derlei ist Müller gewohnt. Am Sonnabend aber ist er zu Gast bei einer Art Public Viewing der Oscarverleihung. So glamourös wie im Festsaal wird es beim „Oscar Screening“ der Studios Babelsberg zwar wohl nicht zugehen. Einen Hauch von Hollywood dürfte Müller trotzdem spüren. Doch auch bei diesem Termin muss er ohne familiäre Begleitung auskommen. Nein, versichert die Senatskanzlei. Auch bei der Oscarparty ist seine Tochter nicht dabei.

Schon am Montag fliegen beide übrigens wieder zurück. Am Dienstag ist schließlich schon wieder Senatssitzung.