Berlin

Siemens investiert in Moabit zwölf Millionen Euro

Konzern konzentriert in Berlin Produktion von Brennern

Siemens konzentriert die Fertigung von Gasturbinenbrennern in Berlin. Dadurch entstehen 100 neue Arbeitsplätze. Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) würdigte die mit einer Investition von zwölf Millionen Euro errichtete Produktionsstrecke in Moabit als wichtigen Beitrag zur Standortsicherung des Konzerns in Berlin. Vorstandsmitglied Janina Kugel stimmte zu und dankte dem Minister für seine Mithilfe beim Zustandekommen eines insgesamt acht Milliarden Euro umfassenden Auftrags mit Ägypten, der auch die Lieferung von 24 Gasturbinen aus Berliner Fertigung enthält.

In der vergangenen Woche wurden die ersten beiden Turbinen verschifft. „Das sind die Dinge, die wir brauchen. Und das sind auch die positiven Nachrichten, die für uns wichtig sind“, sagte Kugel. „Wir wissen aber, dass die Energiewende dezentral ist und dass das auch einen Einfluss auf unser Geschäft ausübt“, sagte Kugel in ihrer Ansprache vor der Belegschaft. Im vergangenen Herbst war noch mit Blick auf die Energiewende der Abbau von 1100 Stellen in der Gassparte des Konzerns angekündigt worden, der letztlich allerdings deutlich kleiner ausfiel, als erwartet worden war. „Ich bin zuversichtlich, dass wir die Veränderung in Zukunft anpacken können. Wir haben das auch in den letzten 100 Jahren geschafft.“ Kugel würdigte die Leistung des Teams, das den Umbau in dem Werk an der Huttenstraße zeit- und kostengenau realisiert habe. Gasturbinen aus Berlin seien aber auch ein Beispiel für den Erfindergeist der Ingenieure und für das Unternehmertum des Technologiekonzerns.

„Gaskraftwerke brauchen wir, weil selbst in einer Stadt wie Berlin nicht immer die Sonne scheint“, sagte Gabriel zu den Beschäftigten. Es sei wichtig, die erneuerbaren Energien mit bezahlbarer und schnell verfügbarer Energie aus Gasturbinen abzusichern. „Als Industrienation haben wir ein Interesse daran, dass wir die gesamte Wertschöpfungskette, das Know-how und qualifizierte Arbeitsplätze in Deutschland behalten.“ Deshalb wolle die Bundesregierung mithelfen, dass Deutschland die Fähigkeit behalte, solche Kraftwerke zu bauen. „Unser Land lebt, auch wenn viele das nicht glauben, von seiner Industrieproduktion.“ Nach einem Rundgang durch das Werk zeigte sich Gabriel beeindruckt. Er habe dabei eine Menge gelernt.

Die neue Brennerfertigung bietet die Voraussetzung für den Anstieg des Produktionsvolumens um 400 Prozent und senkt die Fertigungszeiten um 80 Prozent. Früher wurden 250 Brenner pro Jahr gebaut, ab heute sind es mehr als 1000. Jede Turbine enthält 16 Brenner. Die Turbinentechnologie gilt als eine der anspruchsvollsten Anwendungsgebiete des 3D-Drucks. Sie wird bislang nur in der Entwicklung eingesetzt, was den Innovationszyklus um 75 Prozent verkürze.

Abschließend bat Gabriel in einem Exkurs die Belegschaft um „Mithilfe, dass die Stabilität des Landes nicht in Schwierigkeiten kommt“ und warb dafür, „die demokratische Mitte der Gesellschaft“ gegen Extremismus zu verteidigen. Er wolle das Thema jetzt überall ansprechen, wo er eingeladen werde.