Tourismus-Börse

Auch der Papst wirbt auf der ITB um Touristen

Das Partnerland der ITB sind in diesem Jahr die Malediven. 170.000 Besucher werden erwartet. Neu ist ein Stand des Vatikans.

Martin Buck (r), Bereichsleiter Travel & Logistics der Messe Berlin, und David Ruetz (l), Head of ITB Berlin, lassen zusammen mit dem Botschafter der Malediven, Ahmed Shian, Luftballons mit Freikarten in den Himmel steigen.

Martin Buck (r), Bereichsleiter Travel & Logistics der Messe Berlin, und David Ruetz (l), Head of ITB Berlin, lassen zusammen mit dem Botschafter der Malediven, Ahmed Shian, Luftballons mit Freikarten in den Himmel steigen.

Foto: Bernd Von Jutrczenka / dpa

Die Internationale Tourismus-Börse (ITB) strebt im Jahr ihres 50. Jubiläums einen Rekord an: Die weltgrößte Messe der Reisewirtschaft, die vom 9. bis 13. März in Berlin stattfindet, erwartet 10.000 Aussteller aus 180 Ländern und 170.000 Besucher, davon 60.000 Privatbesucher. Das sagte am Mittwoch Martin Buck, der zuständige Mann der Berliner Messegesellschaft für die ITB.

Partnerland sind in diesem Jahr die Malediven. Auch sie rühmen sich diverser Jubiläen: im vergangenen Jahr die 50-jährige Unabhängigkeit, in diesem Jahr ein halbes Jahrhundert diplomatischer Beziehungen zu Deutschland. Botschafter Ahmed Shian hob die Bedeutung des Tourismus in seinem Land hervor: Ein Drittel des Brutto­inlandsprodukts werde in der Branche erwirtschaftet, in der 48.000 Menschen Arbeit finden – das ist ein Drittel der Gesamtbevölkerung. 2015 kamen 1,2 Millionen Gäste auf den Archipel im Indischen Ozean, darunter 105.132 Deutsche. „Der deutsche Markt wuchs um 6,9 Prozent“, sagte der Botschafter. Präsentationen des Partnerlandes gehören traditionsgemäß zu den Höhepunkten der ITB: Es gibt Tänze, Kalligrafie- und Kunsthandwerk sowie eine Spa-Ecke mit Massagen.

Stark ist die anhaltende Nachfrage aus Asien und Arabien. Die Zahl chinesischer Aussteller, Einkäufer und Fachbesucher auf der ITB steigt. Taiwan und Indonesien vergrößern ihre Standflächen. Nepal kehrt nach dem Erdbeben im Vorjahr zurück. Afrikanische Länder werben in zwei Hallen um Aufmerksamkeit. Neu in der Europa-Halle ist der Vatikan mit einem eigenen Stand der vatikanischen Museen und der päpstlichen Kunstsammlungen. Unternehmen aus der Türkei belegen mit 14 Ausstellern eine ganze Halle.

Dreidimensionale Hotelzimmer

Technologie spielt auf der ITB eine wichtige Rolle. So werden Gäste von einem Hostessen-Roboter begrüßt. Umfragen zufolge können sich 59 Prozent der Reisenden Roboter in Hotels vorstellen. Auch Spezialbrillen für 360-Grad-Videos (Virtual Reality) gewinnen in der Touristik an Bedeutung. Besucher können mit solchen Brillen dreidimensional in Hotelzimmer eintauchen.

Seit 2010 ist Gay & Lesbian Travel ein erfolgreiches Segment auf der ITB. Mittlerweile präsentiert dieser Bereich das weltweit größte spezialisierte Reiseangebot im Lesben, Schwule, Bisexual and Transgender Tourism (LGBT). Im Pink Pavilion sind diese Unternehmen zu finden.

Übrigens: Besucher des Geburts- und ITB-Gründungsjahrgangs 1966 erhalten zum Kauf einer Eintrittskarte (unverändert 15 Euro/online: 12 Euro) eine Freikarte dazu.