Anhalter Bahnhof

Linksradikale bekennen sich zu Anschlag auf "Stadtklause"

Franz-Josef Göbel, der Wirt der Stadtklause, in seinem Lokal

Franz-Josef Göbel, der Wirt der Stadtklause, in seinem Lokal

Foto: Steffen Pletl

In der Nacht zu Montag gab es einen Anschlag auf das Lokal "Stadtklause". Jetzt tauchte im Netz ein Bekennerschreiben auf.

Auf dem linksextremistischen Portal Indymedia wurde in der Nacht zu Mittwoch ein Bekennerschreiben veröffentlicht, in dem sich die mutmaßlichen Täter zum Motiv für die Attacke auf das Traditionslokal in der Bernburger Straße in Kreuzberg äußern.

Demnach wurde die Kneipe als Anschlagsort ausgesucht, weil sich dort bereits der Bezirksverband Friedrichshain-Kreuzberg der AfD getroffen habe. Unter anderem sei dort am 19. September 2014 der Bezirksparteitag der AfD ausgerichtet worden.

"Wer Strukturen für faschistische Organisationen stellt, muss mit Angriffen rechnen", heißt es in dem Schreiben. Die mutmaßlichen Täter schildern auch ihr Vorgehen. Demnach hätten sie eine Fensterscheibe eingeschlagen und Bitumen (ein aus Erdöl gewonnenes Gemisch aus organischen Stoffen) in das Innere des Lokals gespritzt.

Gegenüber dem "Tagesspiegel" bestätigte ein Sprecher der Berliner AfD, dass sich der Landesverband in der Vergangenheit in der Stadtklause getroffen habe. "Für uns wird es so immer schwieriger, für Treffen in der Öffentlichkeit Lokale zu finden", so der Sprecher.

In den letzten Wochen kam es vermehrt zu entsprechenden Angriffen in Berlin. Dazu mehr:

( BM )